Georg Philipp Schmidt von Lübeck (1766–1849)

4 Sprüche Klassik

Des Fremdlings Abendlied Ich komme vom Gebirge her, Die Dämm'rung liegt auf Wald und Meer; Ich schaue nach dem Abendstern, Die Heimath ist so fern, so fern. Es spannt die Nacht ihr blaues Zelt Hoch über Gottes weite Welt, Die Welt so voll und ich allein, Die Welt so groß und ich so klein. Sie wohnen unten Haus bei Haus, Und gehen friedlich ein und aus; Doch ach, des Fremdlings Wanderstab Geht landhinauf und landhinab. Es scheint in manches liebe Thal Der Morgen- und der Abend-Strahl, Ich wandle still und wenig froh, Und immer fragt der Seufzer: wo? Die Sonne dünkt mich matt und kalt, Die Blüthe welk, das Leben alt, Und was sie reden, tauber Schall, Ich bin ein Fremdling überall. Wo bist du, mein gelobtes Land, Gesucht, geahnt und nie gekannt? Das Land, das Land, so hoffnungsgrün, Das Land, wo meine Rosen blüh'n? Wo meine Träume wandeln gehn, Wo meine Todten auferstehn; Das Land, das meine Sprache spricht, Und Alles hat, was mir gebricht? Ich übersinne Zeit und Raum, Ich frage leise Blum' und Baum; Es bringt die Luft den Hauch zurück: "Da, wo du nicht bist, ist das Glück!"

Schmidt von Lübeck, Lieder. Dritte vermehrte und verbesserte Auflage, Altona 1847. Originaltext

Da, wo du nicht bist, ist das Glück!

Schmidt von Lübeck, Lieder. Dritte vermehrte und verbesserte Auflage, Altona 1847. Aus: Des Fremdlings Abendlied, 1821. Vertont von Franz Schubert als: Der Wanderer

Dort, wo du nicht bist, ist das Glück.

Schmidt von Lübeck, Lieder. Dritte vermehrte und verbesserte Auflage, Altona 1847. Aus: Des Fremdlings Abendlied, 1813. 1816 vertont von Franz Schubert unter dem Titel "Der Wanderer"

Im unermeßnen Weltsysteme Die schönste Perle der Natur, An ihrem Sternendiademe Der reichste Demant in der Schnur, Das höchste Wunder unter allen, Das Meisterstück in Raum und Zeit, Das ist das Herz in seinem Wallen, Das Herz in seiner Trunkenheit.

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