Germaine de Staël (1766–1817)

21 Sprüche Klassik

Es gibt für die Individuen, wie für politische Körperschaften, nur einen Augenblick des Glücks und der Macht; man muß ihn ergreifen, denn das Glück läßt einem nicht zweimal die Wahl im Laufe eines Lebens; und wer den Augenblick nicht benutzt hat, erhält in der Folge nur die traurige Weisung des Unglücks.

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Glück ist ein Wunderding. Je mehr man gibt, desto mehr hat man.

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Alles ist Gegenstand tödlicher Beunruhigung, wenn es einem um sein einziges Glück geht.

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Besteht das Glück in der Entwicklung unserer Fähigkeiten oder in ihrer Unterdrückung?

Staël, Über Deutschland (De l'Allemagne), 1813. Deutsch von Friedrich Buchholz u. a., Reutlingen 1815

Die Liebe ist ein Egoismus zu zweit.

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Liebe ist Selbstanbetung zu zweit.

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Wenn niemand uns liebt, hören wir auf, uns selbst zu lieben.

Staël, Über Deutschland (De l'Allemagne), 1813. Deutsch von Friedrich Buchholz u. a., Reutlingen 1815

Liebe ist die Geschichte des Lebens einer Frau; die Episode im Leben eines Mannes.

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Liebe: Eigenliebe zu zweit.

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Die Liebe ist ein Kind der Ewigkeit. Sie verwischt die Erinnerung an den Anfang und nimmt die Angst vor dem Ende.

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Was das Geheimnis des Daseins so innig berührt, kann nicht in den üblichen sprachlichen Formen ausgedrückt werden.

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Sehr oft gleich das Leben einem Schiffbruch, seine Trümmer sind die Freundschaft, der Ruhm, die Liebe. Die Ufer des menschlichen Daseins sind voll von ihnen.

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Die Arbeit ist eine harte Ernährerin, die aber tüchtige Kinder erzieht.

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Die Zeit gut auszufüllen, ist das Talent der Deutschen; sie vergessen zu machen, das Talent der Franzosen.

Staël, Über Deutschland (De l'Allemagne), 1813. Deutsch von Friedrich Buchholz u. a., Reutlingen 1815

Mut, Ergebung, Geduld, Ihr Gefühle der Trauer! Ihr Gefährten des Unglücks! Die flüchtigste Hoffnung schafft mehr Erleichterung als Ihr!

Staël, Delphine, 1802

Man muß entweder alleine sterben oder leben mit denen, die man liebt.

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Ach! Welch schrecklicher Gedanke, daß wir sterben müssen und welch ewiges Wunder, daß wir das immer wieder vergessen können!

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In dem Schicksal fast aller Menschen, wenn man sich die Mühe gibt, recht aufmerksam zu sein, sieht man den offenbaren Beweis eines moralischen und religiösen Zweckes, von dem sie selbst kaum eine Ahnung haben, und dem sie unbewußt entgegengehen.

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Das Glück der Liebe gibt es nur in der Ehe.

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Neue Ideen, moderne Richtungen, finden bei alten Menschen keinen Beifall. Ihnen gefällt zu glauben, daß die Welt sich nicht verbessert, sondern verschlechtert hat, weil sie aufgehört haben, jung zu sein.

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Man muß seine Schönheit dort zeigen, wo man sie hat.

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