Die Liebe gleicht in vielen Fällen einer Tragödie, doch ist schon oft der zweite Akt die Katastrophe.
Wir leben nicht um der Erfüllungen, sondern um der Geheimnisse willen.
Um Freund zu sein, genügt nicht Gutherzigkeit. Es gehört dazu Geist, Leidenschaft, Genie.
Wo der Alltagsmensch gedankenlos einen Punkt setzt, begnügt sich der Weise mit einem Fragezeichen.
"Vorsicht ist die Mutter der Weisheit" – doch der Vater heißt: Mut!
Verstand erfasst das "Was"; Weisheit dringt in das "Wie", doch selbst die größte ergründet nie das letzte "Warum".
Das Wesen der Weisheit ist innere Belebtheit und äußere Ruhe; das der Dummheit: innere Ruhe und äußeres Lärmmachen!
Beklagst du dein Schicksal, so denk' an die Schneeflocken: die einen fallen auf einen Berggipfel, die anderen in den Kot!
In der Kindheit staunt man; im Jünglingsalter ahnt man; als Mann glaubt man, zu wissen; als Greis weiß man, dass man nichts weiß – und wird wieder zum Staunenden.
Weise antworten langsam, weil sie wissen, wie heilig die Wahrheit ist.
Wenn man Menschen reinen Wein einschenkt, erhält man zum Dank den Schierlingsbecher.
Das Leben mancher Großen gleicht einem Justizmord: Erst nach ihrem Tode kommt die Wahrheit an den Tag.
Stille Wasser sind tief – doch darf man ja nicht glauben, dass sturmbewegte seicht sind.
Im Dunkel des eigenen Selbst schärft sich das Auge für – das Licht anderer.
Das größte und edelste Opfer, das man jemandem bringen kann, ist, dass man ihm in Gegenwart seiner Feinde gerecht wird.
Selig sind diejenigen, welchen eigenes Unglück nicht das Herz für fremdes verhärtet.