Gustave Flaubert (1821–1880)

30 Sprüche Romantik

Die Arbeit ist immer noch das beste Mittel, das Leben zum Verschwinden zu bringen.

Flaubert, G., Briefe. An die Brüder Goncourt

Man muß stets hoffen, wenn man verzweifelt, und zweifeln, wenn man hofft.

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Der Gedanke, nicht mehr zu sein, ist so süß! Welch tiefe Ruhe ist über alle Friedhöfe gebreitet!

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Alt ist man dann, wenn man den Leuten nicht mehr auszuweichen braucht, weil sie einem nicht mehr begegnen.

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Das Wahre gibt es nicht! Es gibt nur verschiedene Arten des Sehens.

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In den Nuancen allein liegt die Wahrheit!

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Die Sorge um die äußere Wahrheit kennzeichnet unsern heutigen Tiefstand.

Flaubert, Die Schule der Empfindsamkeit (L'éducation sentimentale), 1869

Ob nun aus Scham oder Selbstsucht, ein jeder verhehlt die besten und zartesten Empfindungen seiner Seele.

Flaubert, November (Novembre), 1842; deutsch von E. W. Fischer, Leipzig 1916

Vor allem, mein Alter, muß ich mich von einer Sache befreien, die mich nicht losläßt – ja, mein Gott, die mich nicht losläßt: das ist meine Schlacht am Thermopylenpaß. Ich werde eine Griechenlandreise machen. Das will ich schreiben, ohne technische Worte zu verwenden, ohne zum Beispiel die Vokabel cnemides (für den Beinschutz im griechischen Heer) zu verwenden. Ich sehe in diesen griechischen Kriegern einen dem Tod geweihten Haufen, der fröhlich, ja ironisch in die Schlacht zieht. Dieses Buch muß eine Art besserer Marseillaise für alle Völker werden.

Flaubert, G., Briefe. An die Brüder Goncourt am 20. September 1879