Hanns von Gumppenberg (1866–1928)

2 Sprüche Realismus

Die Mutter des Humors Freund Humor – dich würdigt jedermann, Weil so ganz ins Wesen du gedrungen! Was kein Tor und auch kein Weiser kann: Dir ist's wunderleicht gelungen. Gegen alle Not bist du gefeit, Hast die klarsten Augen, feinsten Ohren – Du, den einst in unheilvoller Zeit Eine Sterbende geboren. Feister Racker! hei, wie freust du dich, Und wie schmeckt dir all dein Erdenfutter – Hurrahoch! Die dir so wenig glich, Kanntest du ja nie: die Mutter. Niemand denkt, was hart und blutend stritt, Daß dem Schmerzenskind kein Können fehle: Niemand, daß für dich den Tod erlitt Eine schwärmerische Seele.

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Eure Rätsel, dichtversponnene Büsche, Bald nun sind sie wieder gelöst, wenn spottend Pfeift der Wind durch die leergeschüttelten Zweige! Wenig seid ihr selbst: doch flochtet ihr flüsternd Ein Geheimnis magisch dämmernder Schatten Um die Triebe schwärmender Sommerpärchen! Satt sind nun die Hungrigen, die ihr hegtet Euer Werk ist getan – und rauh in die Gosse Fegt den dürren Rest das knochige Kehrweib.

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