Die Seele wird im Sanskrit Atman genannt, was Glück oder Seligkeit bedeutet. Nicht so, daß das Glück zur Seele gehört, nein – die Seele selbst ist Glück. Heute verwechseln wir oft Glück mit Vergnügen, aber Vergnügen ist nur eine Illusion, ein Schatten des Glücks; und es kann sein, daß der Mensch in dieser Illusion sein ganzes Leben verbringt, immer wieder Vergnügen suchend und doch niemals Befriedigung findend. Ein Hinduwort sagt: Der Mensch sucht Vergnügen und findet Leid. Jedes Vergnügen scheint Glück zu sein, es verspricht Glück, aber es ist der Schatten des Glücks. So wie der Schatten einer Person nur die Form derselben wiedergibt und nicht die Person selbst ist, so ist auch das Vergnügen nur der Schatten und nicht das Glück selbst.
Das wirklich Lebendige im Herzen ist die Liebe. Sie wird erfahrbar als Güte, als Freundschaft, als Zuneigung, als Toleranz und als Bereitschaft, zu vergeben; gleich, in welcher Form dieses lebendige Wasser aus dem Herzensgrund hervorströmt, es macht uns diese göttliche Quelle im Herzen sichtbar.
Ich habe gut und böse gekannt, Sünde und Tugend, Recht und Unrecht; ich habe gerichtet und bin gerichtet worden; ich bin durch Geburt und Tod gegangen, Freude und Leid, Himmel und Hölle und am Ende erkannte ich, daß ich in allem bin und alles in mir ist.
Der Liebende kann keinen Grund angeben, warum er einen bestimmten Menschen liebt, denn es gibt für alles eine Ursache außer für die Liebe.
Irdisches Glück und Himmlische Glückseligkeit Ihr seid Liebe. Ihr entstammt der Liebe. Liebe hat euch ins Leben gerufen. Ihr könnt nicht aufhören zu lieben. Wenn man sich über die irdische Liebe erhoben hat, blüht die himmlische Liebe auf. Jesus ist die Seele des Weltalls, und – wie es im Koran heißt: "Geist Gottes". An der Kälte der Welt zu erkalten, ist Schwäche, ... aber in der Welt zu leben und gleichzeitig darüber zu stehen, ist wie Wandeln auf dem Wasser. Es ist ein Licht in jeder Seele; es müssen nur die Wolken, die es verhüllen, aufgelöst werden, auf daß es hervorstrahle. Es steht stets irgendein Zusammenbruch, irgendeine Gefahr, irgendeine Unannehmlichkeit bevor, wenn man der Liebe nicht erlaubt, frei zu strömen und sie begrenzt. Tatsächlich ist jede schöne und harmonische Handlung, jede Handlung aus Liebe, Güte und Mitgefühl, der Tanz der Seele. Wir kommen von einem vollkommenen Ursprung und sind unterwegs zu einem vollkommenen Ziele. "Himmel ist die Vision der erfüllten Wünsche. Hölle ist der Schatten eines brennenden Gemütes." (Omar Khayyám) Der Hunger des Menschen wird durch Nahrung gestillt; aber dahinter steht der Hunger der Seele, und dieser kann (durch irdische Nahrung) nie gestillt werden. So wie jeder Fluß zum Meere fließen und sich mit ihm vereinigen möchte, so hat jede Seele die Sehnsucht, sich dem Geiste zuzuwenden und sich mit ihm zu vereinigen. Ein religiöser Mensch kann entweder das Licht verbreiten oder aber es löschen, indem er seinen Glauben anderen aufzwingt. Sobald wir unser Sein und Dasein mit offenen Augen sehen, erkennen wir, wie es zwei Aspekte unseres Wesens gibt: den trügerischen und den wahren ... Wir halten das wahre Leben für das trügerische und das trügerische für das wahre. Die wahre Bedeutung der Kreuzigung liegt in der Kreuzigung des irrigen, unwahren Selbstes, wodurch das wahre Selbst aufersteht. Es gibt keine größere Macht als die Liebe. Alle Kraft und Stärke entwickelt sich, wenn die Liebe im Herzen erwacht. Wenn Liebe sich in einem Ziel sammelt, ist es Liebe. Wenn sie mehreren Zielen gilt, ist es Zuneigung. Wenn sie einer Wolke gleicht, nennt man sie Verblendung. Wenn ihre Neigung moralisch ist, geht es um Ergebenheit. Wenn sie sich Gott zuwendet, ... dem wahrhaft einzigen Sein, dann wird sie Göttliche Liebe genannt, der Liebende wird heilig.
Das Leben ist eine große Gelegenheit, und es ist sehr schade, wenn der Mensch das erst zu spät erkennt.
Es gibt in Wahrheit zwei Reisen: die Reise vom Ursprung zum Leben in der Welt und die Reise vom Leben in der Welt zurück zum Ursprung. So wie es natürlich ist, aus dem ewigen Ursprung hinauszugehen, so ist es notwendig, vom sich wandelnden Leben zum unwandelbaren zurückzukehren.
Sterben ist nichts anderes als das Umwenden einer Seite im Buch des Lebens. In den Augen der anderen ist es der Tod; für die aber, die sterben, ist es das Leben.
Nur derjenige kann alle Probleme von einem gerechten Standpunkt aus betrachten, in dessen Herz sich Gott widerspiegelt und der über Nationen, Rassen, Kasten, Glaubensbekenntnissen und Religionen steht.
Dem Einen entgegen, der Vollkommenheit der Liebe, der Harmonie und der Schönheit, dem Einzig Seienden, vereint mit all den erleuchteten Seelen, die den Meister, den Geist der Führung, verkörpern.
Laß deinen Wunsch zu meinem Verlangen werden, Laß deinen Willen zu meiner Tat werden, Laß dein Wort zu meiner Rede werden, Und laß deine Liebe zu meinem Bekenntnis werden.
Wenn jemand die Wahrheit des Seins erkannt hat, und er ist dann nicht mehr verschieden oder getrennt von den anderen, er ist eins mit allen. Das ist die Ebene auf der die Religion zum Sufismus wird.