Der Liebestrieb ist stärker als der Selbsterhaltungstrieb. Selbst Tiere, die instinktstarken, bestätigen es.
Was für eine dunkle, sonderbare Vorstellung, daß die Liebe zur Erhaltung der menschlichen Gattung da sei, wie die Befriedigung des Hungers zur Erhaltung des Leibes. Die Erregung des Blutes ist wegen der Fortpflanzung da, aber nicht die Liebe, nicht die Liebe.
Abel fiel als erstes Opfer im Kampf um's Dasein. So stirbt vielleicht erst mit dem letzten Menschenpaar der letzte Kain, der letzte Abel?
Die Zeit ist die größte Revolutionärin; nur schreitet ihr eherner Schritt langsam, langsam aufwärts. Und das ist die tiefe Tragik der Vorausdenkenden, daß sie ihre Zeit nie erleben, das heißt, sie kommt erst, wenn sie gegangen sind.
Die Erde wird erkalten, und nie mehr werden Menschen auf ihr wandeln. Welcher Zeitraum ist der Rede wert, wenn man ihn an Ewigkeiten mißt!
Was für ein Entzücken müsste es sein große Gedanken zu empfangen wie Musik, die sich in unser Hirn schmeichelt, wie Wogen des Lichts, die unsere Finsternisse hinwegfluten.
Glücklicherweise hat die Vorsehung es so eingerichtet, daß die Männer selten die geistige Superiorität ihrer Frauen, wenn solche vorhanden ist, gewahr werden, sonst würde es noch mehr unglückliche Ehen geben, als es ohnedies schon gibt.
Ich muß immer etwas trübe lächeln, wenn ich mit solcher ethischen Inbrunst die Liebe als des Ehebundes einzig würdiges Motiv preisen höre. Und es bedarf doch nur einer geringen Lebenserfahrung, um zu erkennen, daß diese Liebe zwischen Jüngling und Jungfrau fast immer dem Naturtrieb im Bunde mit dem Zufall ihr Dasein verdankt.
Verheiratet sein! nach alter Denkgewohnheit heißt's: Zwei sollen eins sein! Seltsamste, wundergläubigste Vorstellung! Barer Unsinn wär's in der Mathematik, und ist's auch sonst.
In der Antipathie gegen alte Frauen ist viel von der Barbarei früherer Zeitalter, von Zeitaltern, in denen auch die Krankheit als eine Schuld galt […].
Existiert denn der Mensch nur für einen bestimmten Lebensabschnitt? Ist die Kindheit nur Ouvertüre, das Alter nur Epilog?
In der Antipathie gegen alte Frauen ist viel von der Barbarei früherer Zeitalter, von Zeitaltern, in denen auch die Krankheit als eine Schuld galt, und wo man die Alten, wenn sie nichts mehr leisteten, einfach ersäufte.
Der Krieg tötet doch nicht nur Leiber, in vielen dieser Leiber schlägt das Herz der Menschheit, lebt der Genius der Zukunft.
Im Krieg sind die Gesetze der Menschheit aufgehoben, in den Urzustand ist sie zurückversetzt.
Der Krieg ist die verruchteste aller Gotteslästerungen.
Nimmermehr glaube ich an einen Gott der Kanonen und Bajonette! Wo die Erde blutet, weint der Himmel.
Allein, ebenso wenig wie der Ausgang eines Duells zwischen zwei Individuen ein Gottesurteil darstellt, entscheidet bei Völkerduellen Sieg oder Niederlage über Wert oder Unwert, Recht oder Unrecht der Parteien. Mit erzgegossenen Kugeln erschießt sich keine Nation Recht, Freiheit und Fortschritt.
Solange Kriege möglich sind, werden Kriege sein.