Aus deiner Liebe ... Aus deiner Liebe kommt mir solch ein Segen, Sie macht mein Herz so sorglos und so fest, Ich kann so ruhig mich drin niederlegen, Wie sich ein Kind dem Schlafe überlässt. Ich geh dahin von Zuversicht getragen, Seit neben deiner meine Seele schweift; So, wie man wohl an schönen Sommertagen Durch reife Ährenfelder sinnend streift. Da gleiten sanft die Finger über Blüten Und Halme hin, wie eine Mutter pflegt, Und alles Leben möchte man behüten, Das seine heil'ge Saat zum Lichte trägt.
Im Lauf des Lebens Oft muß ich denken: Wie mein Haar ergraut! Sind denn noch immer blühend meine Wangen? Wie wenn ein Wanderer nach rückwärts schaut Und zu sich spricht: Wie bin ich weit gegangen! Dann drängt inbrünstiger noch mein Gefühl Sich zu dem Heute, das noch nicht entschwebte, Und der Vergangenheit enttaucht so kühl, Was ehedem so schmerzlich ich durchlebte. So kommt ein Freund, den du verlorst, vielleicht Von ungefähr dir übern Weg nach Jahren, Und während fragend man die Hand sich reicht, Schweigt man von allem doch, was man erfahren. Die Augen nicken sich wohl grüßend zu, Wie voll Bedauern, aus gesenkten Lidern; Das Herz spricht unvernehmlich: Bist es du? Und fühlt sich fremd und weiß nichts zu erwidern.
Die Alte Frau Täglich sitzt sie in Erinnerungen, Ihre Hände auf den Knien verschlungen. Eingesponnen in ihr Traumgewebe, Schaukelnd auf versunkner Zeiten Schwebe. Ihre Quellen haben sich geschlossen, Sind ins Innere zurückgeflossen; Auf dem dunklen Seelenspiegel jagen Sich die Schatten von gelebten Tagen. Immer weht es aus dem Unsichtbaren: Ist sie nicht die Gleiche wie vor Jahren? In dem unterirdischen Verstecke Sprengt ihr frühes Selbst die leichte Decke, Drängt mit ungebrochnen Schmerzgewalten Sich im Bild der Seele zu gestalten. Scheu verschlossne Sehnsuchtstriebe springen, Zitternd, sich aufs neue darzubringen. In dem Sternenglanz der Allmacht spiegelt Sich ihr Sein vollendet und entsiegelt.