Das allergrößte Glück genießt: Wer mit sich selbst zufrieden ist. Dies Glück erreichst du jederzeit Durch Ordnung und durch Tätigkeit.
Das Goldkorn uns'res Lebens, Das wir das Glück stets nennen, – Wir suchen es vergebens, Weil Blendungen uns trennen; Doch Selbsterkenntniß, Menschenkunde, Die unsern Blick erhellen, Sie geben von dem Glück uns Kunde, Und zeigen uns die Stellen – Wo's tief im eig'nen Herzen wohnt, Und dauernd den Bescheid'nen lohnt.
Wie kommt's, daß sich des Amors Flamme nie verzehret? Weil er vom Müßiggang die Liebesfackel nähret.
O, wenn doch länger bliebe Das Lied der Nachtigall! Denn kurz ist die Liebe, Der Wonne süßer Schall. Doch Dichterherzen glühen Für Lieb' ihr Leben lang; In ihrer Brust erblühen Stets Lieder und Gesang.
Was dir das Leben auch an Rätseln zeigt, – Die Liebe ist's, die alle übersteigt.
Den heilt vom Schmerze nur des Todes Hand, Der sich betrogen in der Liebe fand.
Wenn die gedämpfte Glut Sich müh'voll Luft verschafft, Dann dringt mit voller Wut Hervor der Flamme Kraft. So, das gequälte Herz, Darf's nicht dem Herzen nah'n: Es bricht der Liebe Schmerz Sich endlich selbst die Bahn.
Wer kalt ein liebend Herz verschmäht, Hat ew'gen Haß hinein gesä't.
In der Liebe gibt es die meisten Fälle, wo auch die feinste Selbstbeherrschung einen Moment von Durchsichtigkeit hat.
Der größte Feind der Liebe ist die grübelnde Vernunft, die in kleinmütige Zweifel verfällt.
Und was ist denn eigentlich Liebe? – Eine unbedingte Anhänglichkeit an einen andern und was sie erstrebt, das ordnet die Anmuth – die stete Begleiterin der Liebe – mit herzgewinnendem Zauber.
Sich lieben und verstehen ist selten und doch kann und wird wahre Liebe nur bestehen, wenn man sich gegenseitig versteht.
Wie oft sind wir geneigt, das für Koketterie bei der Geliebten zu halten, was doch eigentlich nichts weiter ist, als der unschuldige, prickelnde Uebermuth ihres Liebesglückes.
Größtenteils verwundet uns erst dann die Rose, eigentlich meine ich die Liebe, mit ihren verstecken Dornen, wenn wir uns völlig in deren Besitz befinden.
Was wir so oft »Liebe« nennen, ist doch nichts weiter als ein kurzer Sinnenrausch. Ist er in seiner Sonderheit verflüchtigt, so tritt größtentheils herbe Unbefriedigung und nicht selten Trennung ein.
Die Liebe hat all' meinen Mißmut vertrieben, Denn Liebe weckt Leben – und leben heißt lieben.
Ist das gegenseitige Erkennen in der Liebe nicht oft auch der Verlust der Liebe?
Und kann die Frau wohl anders als im Herzen Des Mannes, den sie liebt, die Heimath finden? Wo ihre Freudenklänge, ihre Schmerzen, Im trauten Echo enger sie verbinden? Ein reinlich Stübchen, helle Fensterscheiben, Dort hinter Blumen lauschen voller Lust, Und ängstlich schauen, sollt' er lange bleiben, Dann, wenn er heimkehrt, eilen an die Brust, Mit Hochentzücken Aug' in Auge schauen, Ist das nicht Heimathlust – Ihr lieben Frauen?
Das schwerste Opfer, welches der Mensch zu bringen vermag, ist: sein Herz brechen lassen und seiner Liebe entsagen.
Wer seine Heimath in der Liebe hier fand, – Der hat schon auf Erden den Himmel erkannt.
Ohne Liebe ist das Leben Sklaverei.