Heinrich Seuse (1295–1366)

9 Sprüche Mittelalter

Schaut alle, wie die betrogen sind, die ihre Liebe etwas anderem zuwenden; ihr falschen Liebhaber, weichet fern von mir, kommt mir niemals mehr nahe; ich habe in meinem Herzen das einzige Lieb erkoren, durch das Herz, Seele, Verlangen und all meine Kräfte gesättigt werden mit unvergänglicher inniger Liebe.

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Du teure, schöne, auserwählte Weisheit, wie vermagst du doch ein trautes Lieb zu sein über jeglichem Lieb dieser Welt. Wie gleichen doch deine Liebe und die der Geschöpfe so wenig einander. Wie betrogen ist doch alles, was in dieser Welt liebenswert erscheint und etwas zu sein glaubt, wenn man es aus der Nähe kennenlernt!

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Ach, zarter Gott – bist Du in Deiner Kreatur so minniglich, wie bist Du dann erst in Dir selbst so wonniglich.

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Ihr lieben Gottesfreunde alle, du ganzes himmlisches Heer, du liebe Jungfrau Agnes, helft mir ihn bitten! Wußte ich doch nie recht, was seine Liebe sei!

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O teurer Herr, dürfte doch meine Seele deine Geliebte heißen!

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Bleibe bei nichts, was nicht Gott ist.

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Ein bewährter Gottesfreund soll allzeit ein gutes Vorbild haben, in der Seele Mund zu kauen, davon sein Herz entzündet werde zu Gott.

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Sieh, die gute Seele blüht auf im Leid, wie die schöne Rose im Tau des Maien. Es ist der enge Weg, der da herrlich hinaufführt zur Pforte des Himmels. Leiden kleidet die Seele in ein Rosengewand von Purpur, sie trägt der roten Rosen Kränzlein.

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Nimm des inneren Menschen wahr, darin liegt das äußere und innere Leben.

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