Henrik Ibsen (1828–1906)

33 Sprüche Romantik

Glück ist zuerst und vor allen Dingen das stille, frohe, sichere Gefühl der Schuldlosigkeit.

Ibsen, Rosmersholm, 1886. 3. Akt

Den einen liebt man, und mit dem anderen möchte man gern zusammen sein.

Internet

Wenn die Liebe ihr eigenes Wesen ergründet, dann geht sie zugrunde.

Lipperheide (Hg.), Spruchwörterbuch, hg. von Franz Freiherrn von Lipperheide, Berlin 1907

Die Blume der Liebe braucht kleine und große Regenschauer, um ihre Frische zu bewahren.

Internet

Manbraucht nichts,wo sich Herz zu Herz gefunden; Man lebt schon halb, wenn man sich täglich sieht.

Ibsen, Komödie der Liebe (Kjærlighedens Komedie), 1862. 1. Akt, Frl. Elster

Leben heißt, dunkler Gewalten Spuk bekämpfen in sich, Dichten, Gerichtstag halten über sein eigenes ich.

Ibsen, H., Briefe. An Ludwig Passarge, München, 16. Juni 1880

Zu fragen bin ich da, nicht zu antworten!

Internet

Die meisten Leute sterben, ohne je gelebt zu haben. Zum Glück bemerken sie es nicht.

Internet

Was blieb mir noch an des Verlorenen statt? Ein Stück Erinnerung, ein verwelktes Blatt, Das ist des Lebens ganzer Erntesegen.

Internet

Leben heißt hinunterschweben (Wehe, wer verwegen rennt!) Trocknen Fußes auf dem Strom, Der im fernen Weltmeer mündet.

Ibsen, Peer Gynt, 1867

Lied des Dichters Sonnenschein und Blumenbeete, Alle Blüten sind ja dein! Denk' nicht dran, wie oft verwehte, Was so schön im Frühlingsschein! Weiß und rote Apfelblüten Breiten über dich ihr Zelt; Kümmert's dich, daß Stürme wüten Und die Pracht zu Boden fällt? Willst du gar nach Früchten fragen In des Baumes Blütezeit? Warum seufzen, warum klagen? Kommt ja ohnehin das Leid! Mögen bied're Vogelscheuchen Klappern doch auf ihrer Stang', Schöner als ein ängstlich Keuchen Klingt ein lust'ger Vogelsang. Warum nur den Sperling jagen Von dem reichen Apfelbaum? Mag als Sanglohn ihm behagen, Daß dein Hoffen blieb ein Traum? Glaube, du gewinnst beim Tausche, Hast du statt der Frucht Gesang; Denke, daß die Zeit verrausche! – Auch die Jugend währt nicht lang. Ich will leben, ich will singen, Bis die letzte Hecke kahl. Mag, wer will den Acker düngen Mit den Blättern, gelb und fahl! Auf den Zaun denn! draußen schimmert's, Jedes Tierlein sucht sein Fest; Mir die Blumen; wen bekümmert's, Wer da nimmt den toten Rest!

Internet

Das Leben, das hat Erneuerung in sich.

Internet

Welcher Berg von Schuld erhebt sich über dem kleinen Worte Leben!

Internet

Das Leben, Freund, ist eine Kunst.

Ibsen, Brand. Ein dramatisches Gedicht, 1865

Wenn wir Toten erwachen, sehen wir, daß wir niemals gelebt haben.

Ibsen, Wenn wir Toten erwachen (Når vi døde vågner), 1899. Originaltext der Übersetzung (Ausspruch der Figur Irene im Original mit Unterbrechung)

Giebst alles du, doch nicht dein Leben, So wisse, du hast nichts gegeben.

Ibsen, Brand. Ein dramatisches Gedicht, 1865. Brand. Originaltext

Für einen treuen Freund kann keiner je zuviel tun.

Ibsen, Die Helden auf Helgeland (Nordische Heerfahrt). Ein Schauspiel in vier Akten, 1858. Sigurd

Freunde sind ein kostbarer Luxus, und wenn man sein Kapital auf eine Berufung und eine Mission hier im Leben setzt, so hat man nicht die Mittel, Freunde zu halten. Wenn man Freunde hält, so liegt das Kostspielige ja nicht darin, was man für sie tut, sondern was man auch Rücksicht auf sie zu tun unterläßt. Dadurch verkrüppeln viele geistige Keime in einem.

Ibsen, H., Briefe. An Georg Brandes, 6.3.1870

Wir, die Männer der praktischen Arbeit, stützen die Gesellschaft, indem wir Wohlstand in möglichst weite Kreise tragen.

Internet

Nur für sich selbst arbeiten zu müssen, das ist keine Freude.

Ibsen, Nora oder Ein Puppenheim (Et dukkehjem), 1879

Wir sind die Jungen. Uns gehört die Zeit; aber wir gehören auch der Zeit.

Internet