Heraklit von Ephesos
Bestände das Glück in körperlichen Lustgefühlen, so müsste man die Ochsen glücklich nennen, wenn sie Erbsen zu fressen finden.
Eins ist die Weisheit, die Vernunft zu erkennen, als welche alles und jedes zu lenken weiß.
Die Zeit ist ein Knabe, der spielt, hin und her die Brettsteine setzt: Knabenregiment!
Wer nicht hofft, wird Unerhofftes nicht finden; denn es ist unaufspürbar und unzugänglich.
Wenn er's nicht erhofft, wird er das Unverhoffte nicht finden. Denn unerforschlich ist's und unzugänglich.
Es gibt auf alle Fälle Schicksalsbestimmungen...
Wie kann einer verborgen bleiben vor dem was nimmer untergeht!
Wenn du die Wahrheit suchst, sei offen für das Unerwartete, denn es ist schwer zu finden und verwirrend, wenn du es findest.
Wie die Spinne, die in der Mitte ihres Netzes sitzt, merkt, sobald eine Fliege irgend einen Faden ihres Netzes zerstört, und darum schnell dahin eilt, als ob sie um die Herstellung [?] des Fadens sich härmte, so wandert des Menschen Seele bei der Verletzung irgend eines Körperteils rasch dahin, als ob sie über die Verletzung des Körpers, mit dem sie fest und nach einem bestimmten Verhältnis verbunden ist, ungehalten sei.
Der Seele ist das Wort eigen, das sich selbst mehrt.
Auge und Ohr sind für die Menschen schlechte Zeugen, wenn sie kein feines Seelenleben haben.
Der Seele Grenzen kannst du nicht ausfinden und ob du jegliche Straße abschrittest; so tiefen Grund hat sie.
Geh hin: der Seele Grenzen findest du nicht, auch wenn du alle Straßen wanderst; so tief reicht ihr vernünftiges Wesen.
Die trockene Seele ist am weisesten und am besten.
Wir leben jener, der Seelen, Tod und jene leben unsern Tod.
Schwer [...] ist es mit der Gemütswillkür zu kämpfen; denn wovon sie begehrt, daß es sei, das erkauft sie mit dem Leben.
Krieg ist aller Dinge Vater, aller Dinge König. Die einen macht er zu Göttern, die andern zu Menschen, die einen zu Sklaven, die andern zu Freien.
Dem Menschen ist sein Sinn sein Gott.
Der Charakter des Menschen ist sein Schicksal.