Der schönste Platz Wo die weißen Tauben fliegen, Wohnt mein Schatz und der ist schön; Wo die weißen Tauben fliegen, Muß ich immer wieder gehen. Wo die roten Rosen blühen, Hab’ ich sie zuerst geküßt; Wo die roten Rosen blühen, Meine liebste Weide ist. Wo die grünen Büsche stehen, Singt ein Vogel dies und das; Wo die grünen Büsche stehen, Ist zerdrückt das junge Gras. Wo die klaren Quellen rauschen, Liegt ein Rosenkränzelein; Wo die klaren Quellen rauschen, Ward das schönste Mädchen mein.
Du hast mein Herz gefangen mit deiner weißen Hand, du hast mein Herz bestricket mit einem roten Band. Ich komm zu dir gegangen, mein Herz gib wieder her; denn da, wo es geschlagen, ist alles taub und leer. Was willst du mit zwei Herzen, drum gib zurück es mir; und willst du es behalten, so gib mir deins dafür.
Die böse Sieben Am Wirtshaus an der Straße Sieben Birkenbäume stehn; Die sieben grünen Bäume, Die will ich gar nicht sehn. Die Sieben, ja die Sieben Ist eine böse Zahl; Sieben wunderschöne Mädchen, Die liebte ich einmal. Sechs Rosen ohne Dornen Die waren mein fürwahr; Die siebte, die ich pflückte, Voll Dorn und Distel war. Die siebte von den Sieben Die Kunst sie wohl verstand; Sie führt mich zum Altare Mit ihrer weißen Hand. Die sieben Birkenbäume, Die gehen hin und her; Ade, ihr roten Rosen, Ich pflücke keine mehr.
Aber man muß das Leben nehmen, wie es ist. Kommt nach Sturm und Regen nicht die Sonne – kühler Vollmondschein hat auch seinen Wert.
Meine Zeit ist vorbei, ist begraben im Schnee, ist verwelkt und verdorrt, ist verschwunden und fort, wohin und wohin ich auch seh.
Bekannte helfen mir nichts; es muß ein wahrer Freund oder eine wirkliche Geliebte sein.
Gertrude, weiße Blume, was bist du so stolz? Es wächst kein grünes Blättlein am trockenen Holz. Gertrude, weiße Blume, der Flieder, der blüht; die Nachtigall im Walde, die singet ihr Lied. Sie singet von Liebe, sie singet von Glück; die Zeit, die verpaßt ist, die kommt nicht zurück.
Abendsprache Und geht es zu Ende, so laßt mich allein mit mir selber auf einsamer Heide sein; will nichts mehr hören und nichts mehr seh'n, will wie ein totes Getier vergeh'n. Das graue Heidemoos mein Sterbebett sei, Die Krähe singt mir die Litanei. Die Totenglocke läutet der Sturm, begraben werden mich Käfer und Wurm. Auf meinem Grabe soll stehen kein Stein, kein Hügel soll dorten geschüttet sein; kein Kranz soll liegen, da wo ich starb, keine Träne fallen, wo ich verdarb. Will nichts mehr hören und nichts mehr sehn, wie ein totes Getier, so will ich vergeh'n; und darum kein Hügel und deshalb kein Stein: spurlos will ich vergangen sein.