Hoffmann von Fallersleben (1798–1874)

28 Sprüche Klassik

Wenn das Glück ihn verläßt, gilt der Gescheite als dumm.

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Der Wunder größtes ist die Liebe.

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Die größte Kunst im Lieben ist, daß man schweigen kann.

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Ich liebe dich und sag es nicht, und liebst du mich? Ich frag es nicht. Ich fragt' es gern und wag es nicht, ich lieb und schweig und klag es nicht.

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O glücklich, wer ein Herz gefunden O glücklich, wer ein Herz gefunden, das nur in Liebe denkt und sinnt, und mit der Liebe treu verbunden sein schön'res Leben erst beginnt! Wo liebend sich zwei Herzen einen, nur eins zu sein in Freud und Leid, da muß des Himmels Sonne scheinen und heiter lächeln jede Zeit. Die Liebe, nur die Lieb' ist Leben! Kannst du dein Herz der Liebe weihn, So hat dir Gott genug gegeben, Heil dir! die ganze Welt ist dein!

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Liebesleben Oftmals lehnt sich der Verstand Hin an meines Herzens Pforte, Wie ein Lauscher an der Wand Denkt er sich am rechten Orte. Wie's ihm bangt nach jedem Ton, Wie er lauscht mit spitzen Ohren! Nichts als Rätsel sind sein Lohn, All sein Mühen ist verloren. O wie wüßt' er doch so gern, Was die Liebe drinnen treibet! Doch er steht ihr viel zu fern, Lieb' ihm stets Geheimnis bleibet.

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Liebe und Frühling Ich muß hinaus, ich muß zu dir, Ich muß es selbst dir sagen: Du bist mein Frühling, du nur mir In diesen lichten Tagen. Ich will die Blumen nicht mehr sehn, Nicht mehr die grünen Matten, Ich will nicht mehr zum Walde gehn Nach Duft und Klang und Schatten. Ich will nicht mehr der Lüfte Zug, Nicht mehr der Wellen Rauschen, Ich will nicht mehr der Vögel Flug Und ihrem Liede lauschen. Ich will hinaus, ich will zu dir Ich will es selbst dir sagen: Du bist mein Frühling, du nur mir, In diesen lichten Tagen.

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Nur liebend ist dein Herz ein Herz Was ist die Welt, wenn sie mit dir, durch Liebe nicht verbunden? Was ist die Welt, wenn du in ihr, nicht Liebe hast gefunden? Verklage nicht in deinem Schmerz des Herzens schönste Triebe. Nur liebend ist dein Herz ein Herz, was wär' es ohne Liebe? Wenn du die Liebe nicht gewannst, wie kannst du es ermessen, ob du ein Glück gewinnen kannst, ob du ein Glück besessen?

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Ich liebe dich Mir ist, als müßt' ich immer sagen: Ich liebe dich, Und mag nicht auszusprechen wagen: Ich liebe dich. Die Maienlüfte säuseln wieder, Ich lausche hin, Und alle Blütenzweige klagen: Ich liebe Dich. Der Sang der Vögel ist erwachet, Ich lausche hin, Und alle Nachtigallen schlagen: Ich liebe dich. So frag' die Lüfte, frag' die Blumen, Die Vögel all, Vielleicht, daß sie für mich dir sagen: Ich liebe dich. Ich wandle fern von dir und habe Nur einen Trost In diesen schönen Frühlingstagen: Ich liebe dich.

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Was ist die Welt, wenn sie mit dir Durch Liebe nicht verbunden? Was ist die Welt, wenn du in ihr Nicht Liebe hast gefunden?

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Ich will von dir, was keine Zeit zerstöret Ich will von dir, was keine Zeit zerstöret, Nur Schönheit, die das Herz verleiht; Ich will von dir, was nie der Welt gehöret, Die engelreine Kindlichkeit. Das sind des Herzens allerbeste Gaben, Das ist des Lebens schönste Zier. Hat dich die Welt, so kann ich dich nicht haben, Lebst du der Welt, so stirbst du mir.

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Dauer im Wechsel Siehe, der Frühling währet nicht lang': Bald ist verhallt der Nachtigall Sang. Blühen noch heute Blumen im Feld, Morgen ist öd' und traurig die Welt, Aber der Liebe selige Lust Ist sich des Wandels nimmer bewußt. Alles auf Erden hat seine Zeit, Frühling und Winter, Freuden und Leid, Hoffen und Fürchten, Ruhn und sich Mühn, Kommen und Scheiden, Welken und Blühn, Aber der Liebe selige Lust Ist sich des Wandels nimmer bewußt. Weil uns des Lebens Sonne noch scheint, Wollen wir leben liebend vereint. Wollen der Zukunft Wetter nicht scheu'n, Wollen des Augenblicks uns erfeu'n! Was auch des Himmels Fügung uns gibt: Glücklich ist nur das Herz, das da liebt.

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Was mir wohl übrig bliebe, Wenn Alles von mir flieht? Es bleibet doch die Liebe Und mit ihr manches Lied. Und mit der Liebe theil' ich Des Lebens Fröhlichkeit, Und mit den Liedern heil' ich Der Liebe Gram und Leid.

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Die Liebe, nur die Liebe ist Leben!

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Um die Zeit der Sonnenwende Ging der Winter auch zu Ende. Mit dem Frühling wuchs der Tag, Mit dem Tage wuchs mein Lieben, Und ich sah in Hof und Hag, Wie die Zweige Blüten trieben. Um die Zeit der Sonnenwende Ging der Sommer auch zu Ende. Mit dem Winter wuchs die Nacht, Mit der Nacht wuchs auch mein Lieben, Denn in meines Herzens Schacht War es Frühlingstag geblieben.

Fallersleben, H., Gedichte. Aus: Buch der Liebe, 1836

Bescheid Mädelein, was machst du? Wenn ich weine, lachst du; Mädelein, was meinst du? Wenn ich lache, weinst du. Wenn ich dich herze, grollst du, Wenn ich grolle, staunst du; Wenn ich staune, schmollst du, Wenn ich schmolle, launst du. Wenn ich laune, lachst du, Wenn ich lache, weinst du; Mädelein, was machst du? Mädelein, was meinst du? "Ohne Rauch und Kohlen Kanns kein Feuer geben, Und nicht unverhohlen Kann die Liebe leben. Soll dir Liebe werden, Nimm auch Rauch und Kohlen, Denn so ists auf Erden – Damit Gott befohlen!"

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Nur die Lieb' ist wahres Leben, Hier und dort nur Seligkeit. Was soll Wünschen, Hoffen, Streben, Wenn's die Liebe nicht geweiht? Nur die Lieb' ist wahres Leben, Kennt und mißt nicht Zeit und Raum; Sind wir treu ihr ganz ergeben, Wird um uns die Welt ein Traum.

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In Liebeslust, in Sehnsuchtsqual In Liebeslust, in Sehnsuchtsqual, O höre mich! Eins sing ich nur viel tausendmal Und nur für dich. Ich sing' es laut durch Wald und Feld, O höre mich! Ich sing' es durch die ganze Welt: Ich liebe dich! Und träumend noch in stiller Nacht Muß singen ich; Ich singe, wenn mein Aug' erwacht: Ich liebe Dich! Und wenn mein Aug' im Tode bricht, O sähst du mich! Du sähst, daß noch dies Auge spricht: Ich liebe dich!

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Ständchen Was Liebe gibt und Liebe weiht, Und wär's auch ohne Worte, Was Schönes ist es allezeit Und auch an jedem Orte. Und wenn dir nicht erscheinen kann In diesem Gruß das Schöne, So nimmt ihn doch als Liebe an, Es sind des Herzens Töne.

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Mein Stern Ich fragt einen Stern am Himmel: Willst du mein Glücksstern sein? So oft ich ihn sah und fragte, Gab er gar lieblichen Schein. Ich sah ihn jeden Abend, Er lächelte stets mir zu Und sandte Trost hernieder Und Frieden mir und Ruh. Er war mein treuer Begleiter Durch manche düstre Nacht, Hat meine Pfade beleuchtet, Mich immer ans Ziel gebracht. Jetzt ist mein Stern verschwunden Mit seinem lieblichen Licht. Mir glänzen unzählige Sterne, Er aber glänzt mir nicht. Von all den unzähligen Sternen Warst du, mein Liebchen, mein Stern, Einst meinem Herzen so nahe, Und jetzt so fern, so fern.

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Du sollst das Glück mir nicht zerstören Du sollst das Glück mir nicht zerstören, Das unbewußt du selber bist; Ich will von dir das Wort nicht hören, Das nicht die Liebe selber ist. Und irrt mein Herz, so laß es irren; Es findet seine Heimat doch Und kann durch dieses Lebens Wirren Froh singen, denn es liebet noch. Für seinen Irrtum büßt es nimmer – Denn hat es nicht gebüßt genug? Im Mondlicht ist nur Sonnenschimmer. Und doch erfreut uns dieser Trug.

Fallersleben, H., Gedichte