Homer
Lieb' ja ist, wie ein Bruder, ein Gast und nahender Fremdling jenem Mann, der im Herzen auch nur ein Weniges fühlet.
Sind doch den Menschen nur wenige Tage beschieden.
Nicht geringer fürwahr als selbst ein leiblicher Bruder ist ein redlicher Freund, liebreich und verständigen Herzens.
Allzu emsiger Greis, du ruhst auch nimmer von der Arbeit!
In der gleichen Art und Weise stirbt der Tatenlose ebenso wie der Schaffensfreudige.
Wir schaffen ja nichts mit unserer starrenden Schwermut, also bestimmten die Götter der elenden Sterblichen Schicksal, lange in Gram zu leben.
Denn nichts ist besser und wünschenswerter auf Erden als wenn Mann und Weib, in herzlicher Liebe vereinigt, ruhig ihr Haus verwalten, den Feinden ein kränkender Anblick, aber Wonne den Freunden; und mehr noch genießen sie selber.
Ein jeder, dem gut und bieder das Herz ist, Liebt sein Weib und pflegt sie mit Zärtlichkeit.
Wer dem Gebot der Götter gehorcht, den hören sie wieder.
Aber der Mensch entwirft, und Zeus vollendet es anders.
Rechtlos nenn ich den Mann, unwürdig des Stamms und des Herdes, der einheimischen Kriegs sich freut, des entsetzlichen, grausen!