Oft bin ich ein wenig erschrocken und fürchte mich, wenn ich Dich am allermeisten liebe und Dir am allernächsten bin. So kann Dich niemand lieben, außer mir. [...] Du bist mir alles. Ich kann nicht denken ohne an Dich zu denken. Es ist ein Wirbel, in den ich mich gern fallen lasse wie ein großes, schwingendes Netz aus Seide und Sorge…
Entrückt und Nah Entrückt und nah, belebend und doch Schein, So seh ich, Liebste, dich vor mir errichtet. Ein Umriß, der vor meinen Blicken flüchtet Und dem es doch bestimmt ist, Bild zu sein. Die Hände haben längst darauf verzichtet Zu fassen nach Gestalt von Fleisch und Bein. Genug zu wissen, daß du Brot und Wein Und zartes Feuer bist, das mich belichtet. Die Augen werden einst in Moder fallen. Was war ich ohne dich? Ein irres Lallen, Ein Dunkel und ein Rausch der Bitternisse. Laß wehen durch mein Wort die lichten Küsse. Laß sinken in mein dämmerndes Gedicht Vom Brunnenrande her dein Angesicht.
Abschied Sag mir, daß du dich im Föhnwind sehnst Und daß du trauern würdest, Wenn ich ginge. Sag mir, daß diese Tage schön sind Und daß du weinen wirst, Wenn ich nicht singe. Sag mir, daß du dem Leben gut bist. Sag meiner Stimme, Daß sie nie verwehe… Und daß du heiter und voll frohen Mut bist, Auch wenn ich lange Zeit Dich nicht mehr sehe. Sag mir, daß ich ein töricht Kind bin, Und streichle mich, wie eine junge Meise. Sag mir, daß ich zu dir zurückfind, Auch wenn die Nächte dunkel sind, Durch die ich reise.
Du bist für den Himmel unterwegs. Je mehr du ausgibst, desto mehr wirst du einnehmen.
Der Protestantismus ist eine Philologie, keine Religion.
Es gibt keinen Gott außer in der Freiheit, wie es keine Freiheit gibt außer in Gott.
Ich liebte nicht Ich liebte nicht die Totenkopfhusaren Und nicht die Mörser mit den Mädchennamen Und als am End die großen Tage kamen, Da bin ich unauffällig weggefahren. Gott sei's geklagt und ihnen, meine Damen: Gleich Absalom blieb ich an langen Haaren, Dieweil sie schluchzten über Totenbahren Im Wehbaum hängen aller ihrer Dramen. Sie werden auch in diesen Versen finden Manch Marterspiel und stürzend Abenteuer. Man stirbt nicht nur durch Minen und durch Flinten. Man wird nicht von Granaten nur zerrissen. In meine Nächte drangen Ungeheuer, Die mich die Hölle wohl empfinden ließen.
Die Ersten Die Ersten sinds, sie sind im besten Zug Vom willenlosen Haufen sich zu lösen. Erkennend eitel Schimmer, seichten Trug Der großen Reden abgenützte Blößen, Klangvolle Phrasen, ein vereinter Schwall Der überflutet Erdehöhen und Täler, Allüberall der gleiche Wiederhall, Der gleiche Köder und der gleiche Wähler. Wohl wächst der Massen Schrei nach Glück und Brot Doch übertönt er nicht die Worte der Vertreter, Es fallen Opfer tiefster Seelennot, Die Masse fällt dein Zeichen der Verräter. So lausch ich freudig, wenn mit wildem Schrei Die Brust erfüllt von froher Zukunft ahnen Sich einer ringt vom Heerdentaumel frei Kraftvoll empor auf selbstgewollten Bahnen.