Indianische Weisheit
Die Erde lächelt, die Gewässer lächeln, die Himmel lächeln – aber ich, ich verlerne zu lächeln, wenn du mir nicht nahe bist.
Das, was größer ist als wir, lehrt alle Lebewesen, was sie tun sollen. Wir sind wie die Blumen. Wir leben und wir sterben, und aus uns selbst heraus wissen wir nichts. Aber das, was größer ist als wir, lehrt uns – lehrt uns, wie wir leben sollen.
Die Anweisungen des Schöpfers sind niedergeschrieben in unseren Herzen und Gedanken, in den heiligen Schriften der Natur, die jeder für sich selbst lesen kann - tagtäglich in den kleinen Geschöpfen, in den Gräsern und Bäumen, in den wachsenden Dingen, in Wind und Donner und Regen, in den Meeren, Seen und Flüssen, in Gebirgen, Felsen und Sand, in der gewaltigen Kraft der Sonne, dem Zauber von Großmutter Mond, in den Geheimnissen der Sterne. All diese spirituellen Wesen sind unsere Lehrer.
Das Leben ist wie ein Same. Es beginnt in der Erde, klein, unsichtbar, unhörbar, aber es ist da. Erst wenn eine Zeit vergangen ist, wenn es bereit ist, tritt es hervor.
Was ist das Leben? Es leuchtet auf wie ein Glühwürmchen in der Nacht. Es vergeht wie der Hauch des Büffels im Winter. Es ist wie der kurze Schatten, der über das Gras huscht und sich im Sonnenuntergang verliert.
Die Menschen dieser Tage suchen nicht die Weisheit, sondern das Wissen. Das Wissen gehört der Vergangenheit an, die Weisheit der Zukunft.
Männer wurden ihrer Verdienste wegen in den Stammesrat berufen. Ein Mann mochte arm sein, nur wenige Pferde besitzen, in einem kleinen Zelt wohnen und dennoch einen Sitz im Stammesrat haben. Reichtum allein verhalf niemandem zu Macht und Einfluss. Hatte ein Mann noch so viele Pferde, einen Platz unter den Weisen konnte er sich damit nicht erkaufen.
Im Leben eines Indianers gibt es keine schlechten Tage. Auch wenn die Zeiten noch so schwierig sind. Jeder Tag ist gut. Weil du am Leben bist, ist jeder Tag gut!
Frühlingsdanksagung Wir haben die schwere Prüfung des Winters überstanden, den Hunger, die Winde, den Schmerz und die Krankheit, und weitergelebt. Wir trauern um die Großeltern, Eltern, Kinder und Geliebten, die von uns gegangen sind. Aufs neue werden wir den Schnee schmelzen sehen, die strömenden Säfte schmecken, die knospenden Saaten berühren, die aufspringenden Blüten riechen, die Erneuerung des Lebens erfahren.
Unsere Speicher sind voll, unsere Medizin ist stark, unsere Waffen sind verbraucht, unser Geist ist froh - Kitche Manitu ist freundlich gewesen.
Vater Sonne, Mutter Erde Du, Vater, übst durch die Sonne deine Macht aus, die Nacht zu vertreiben, einen neuen Tag zu bringen, ein neues Leben, eine neue Zeit. Dir, Vater, sagen wir Dank durch die Sonne für dein Licht, für deine Wärme, die allen Wesen Licht gibt. Frau! Mutter! An deiner Brust nährtest du mich. In deinen Armen hieltest du mich. Dir meine Liebe Erde! Mutter! An deinem Busen finde ich Nahrung. In deinem Mantel suche ich Schutz. Dir meine Verehrung.
Heute ist ein guter Tag um zu sterben; denn alle Dinge meines Lebens sind anwesend.
Ah meine Tochter, wenn du alle Schwierigkeiten der Ehe kenntest, würdest du keinen Mann nehmen. Ah meine Tochter, wenn du alle Vergnügungen der Ehe kenntest, hättest du schon längst einen Mann genommen.
Gehe aufrecht wie die Bäume, lebe dein Leben so stark wie die Berge, sei sanft wie der Frühlingswind, bewahre die Wärme der Sonne im Herzen, und der Große Geist wird immer mit dir sein.