Jakob Julius David (1859–1906)

2 Sprüche Realismus

Am Wege Ich kannte eine. Wie sie hieß? Wer nennt das Wort, das mir verklang? Vergessen ist's. Ich weiß nur dies: daß ich sie liebte und umschlang. Das Lied von der, die mir entschwand, singt nun der Nachtwind meinen Ohren – Am Wege hab ich sie verloren, die sich zu mir am Wege fand ...

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Werbung Ja, Liebesgrüßen, Liebesleid, Die hast Du mir gelehret Du süße, stolze, schöne Maid, Nach der mein Herz begehret; Und ist mein Werben ungelenk, Und mag Dir's nicht behagen: Herzliebe, Traute, dann bedenk', Ich lernt' es erst vor Tagen! Ich bin ein Weih, der einsam zog In Wolken seine Kreise, Ein wilder Falk, der sich verflog; Nun bin ich müd der Reise; Nun dauert mich mein wirrer Flug, Gern möcht' ich Heimstatt grüßen: Der kleinste Platz wär mir genug, Geliebte, Dir zu Füßen!

David, J. J., Gedichte. Gesammelte Werke 1. Gedichte / Das Höferecht, R. Piper & Co., München und Leipzig 1908