Es gibt für den Menschen nur drei Ereignisse: entstehen, leben und sterben. Er ist sich des Entstehens nicht bewußt, er leidet beim Sterben und er vergißt zu leben.
Ein elendes Leben zu ertragen ist eine Pein; ein glücklicheres zu verlieren eine Qual: beides kommt auf eins hinaus.
Das Leben ist eine Tragödie für die, die fühlen, und eine Komödie für die, die denken.
Die Reue, welche die Menschen über die schlechte Anwendung der bereits durchlebten Zeit empfinden, bringt sie nicht immer dahin, von dem ihnen noch vergönnten Theile des Lebens einen bessern Gebrauch zu machen.
Der größte Teil der Menschen verwendet die erste Hälfte ihres Lebens darauf, die zweite elend zu machen.
Nichts möchten sich die Menschen lieber erhalten und nichts schonen sie trotzdem weniger als ihr Leben.
Das Leben ist kurz und voll Verdruß: es vergeht unter lauter Wünschen; man verspart sich Ruhe und Freuden für die Zukunft, für ein Alter, wo die besten Güter dahin sind, Gesundheit und Jugend.
Die Liebe entsteht plötzlich, ohne alle Überlegung, aus Temperament oder Schwäche: ein schöner Zug fesselt uns, hält uns gefangen.
Das Leben ist kurz, wenn es diesen Namen verdient nur, insofern es angenehm ist; denn wenn man alle die Stunden, welche man auf angenehme Weise zubringt, zusammenstellte, so würde man aus einer großen Anzahl von Jahren kaum ein Leben von einigen Monaten zusammenbringen.
Man kommt in der Freundschaft nicht weit, wenn man nicht bereit ist, kleine Fehler zu verzeihen.
Für sich selbst genügt ein einziger treuer Freund, und es bedeutet viel, ihn zu besitzen. Um anderen gefällig zu sein, kann man nie genug Freunde haben,
Beim Freunde sieht man nur die Fehler, die ihm nachteilig werden können, bei der Geliebten nur die Fehler, unter denen man selber zu leiden hat.
Die reine Freundschaft gewährt einen Genuss, zu dem sich mittelmäßige Menschen nie zu erheben vermögen.
Wer eine große Liebe an sich erfahren hat, vernachlässigt die Freundschaft; wer sich in Freundschaft erschöpft hat, hat damit noch keinen Schritt zur Liebe getan.
Ein Freund, der zu hoher Gunst gelangt ist, gewährt uns viel, wenn er sich noch zu unseren Bekannten rechnet.
Es ist ein sehr fader Charakter, keinen zu haben.
Nichts gleicht mehr herzlicher Freundschaft als Verbindungen, die wir im Interesse unserer Liebe pflegen.