Jean-Jacques Rousseau (1712–1778)

108 Sprüche Aufklärung

Glücklich, wer sich am Rande des Abgrunds erkennt und den Sturz vermeidet!

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Das Gefühl des Glücks zerschmettert den Menschen; er ist nicht stark genug, es zu ertragen.

Rousseau, Emil oder über die Erziehung (Émile ou de l'éducation), 1762

Die Pflicht zu glauben, setzt die Möglichkeit dazu voraus.

Rousseau, Emil oder über die Erziehung (Émile ou de l'éducation), 1762

Glücklich sind die, welche Liebe so zusammenfügt, wie sie die Vernunft vereinigt haben würde.

Rousseau, Julie oder die neue Héloïse. Briefe zweier Liebender aus einer kleinen Stadt am Fuße der Alpen (Julie ou la Nouvelle Héloïse ou Lettres de deux amants, habitants d’une petite ville au pied des Alpes), entstanden 1756-58, Erstdruck 1761

In der Schule der Welt wie in der Schule der Liebe muß man alsbald mit der Ausübung dessen, was man zu lernen gedenkt, den Anfang machen.

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Um einen guten Liebesbrief zu schreiben, mußt du anfangen, ohne zu wissen, was du sagen willst, und endigen, ohne zu wissen, was du gesagt hast.

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Das Herz spricht zum Herzen, und die ganze Sittlichkeitslehre eines Schulmeisters wiegt nicht so viel wie das liebevolle, zärtliche Geplauder einer verständigen Frau, der man von Herzen zugetan ist.

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Es ist kein Zweifel: Tausende werden dich anbeten, aber dich lieben – das konnte allein mein Herz.

Rousseau, Julie oder die neue Héloïse. Briefe zweier Liebender aus einer kleinen Stadt am Fuße der Alpen (Julie ou la Nouvelle Héloïse ou Lettres de deux amants, habitants d’une petite ville au pied des Alpes), entstanden 1756-58, Erstdruck 1761

Hienieden verschlingen tausend hitzige Leidenschaften die innere Empfindung und narren das Gewissen.

Rousseau, Emil oder über die Erziehung (Émile ou de l'éducation), 1762

Die Liebe wird ihres großen Reizes beraubt, wenn sie von der Anständigkeit verlassen wird.

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Welche Liebe kann dort herrschen, wo die Schamhaftigkeit verlacht wird?

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Ich habe bei Ihnen den geringen Verstand, der mir noch blieb, verloren, und ich fühle, daß ich in dem Zustand, in den Sie mich versetzt haben, zu nichts anderem mehr tauge, als Sie anzubeten. Mein Übel ist um so trauriger, als ich weder die Hoffnung noch den Willen habe, davon geheilt zu werden, und ich Sie, auf die Gefahr von allem, was daraus folgen kann, ewig lieben muß.

Rousseau, Briefe. An Mademoiselle Serre, 1736

Liebe, der Seele Leben!

Rousseau, Julie oder die neue Héloïse. Briefe zweier Liebender aus einer kleinen Stadt am Fuße der Alpen (Julie ou la Nouvelle Héloïse ou Lettres de deux amants, habitants d’une petite ville au pied des Alpes), entstanden 1756-58, Erstdruck 1761

Wir bezeichnen die Liebe nur deshalb als blind, weil ihr Sehvermögen unsere Vorstellungskraft überschreitet.

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Der Freundschaft Sanftmut mäßigt der Liebe Ungestüm.

Rousseau, Julie oder die neue Héloïse. Briefe zweier Liebender aus einer kleinen Stadt am Fuße der Alpen (Julie ou la Nouvelle Héloïse ou Lettres de deux amants, habitants d’une petite ville au pied des Alpes), entstanden 1756-58, Erstdruck 1761

In der Liebe gibt es die schöne Sprache des Schweigens, welche mehr erregt als das Reden.

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Der Mann liebt wenig und oft, die Frau stark und selten.

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Wie gern nährt sich doch eine tollgewordene Liebe mit Hirngespinsten.

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Einem wahren Liebhaber ist es angenehm, Opfer zu bringen, die ihm alle angerechnet werden, und deren keines in der Geliebten Herzen verloren geht.

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Kann wohl Liebe, so scharf sie sieht, Gebrechen sehen?

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Zwischen zwei Personen desselben Alters gibt es keinen andern Verführer als die Liebe.

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