Wer liebt, wird geliebt, und wer nicht geliebt wird, liebt nicht.
Liebe, nur Liebe führt – sonst nichts! – zur Quelle der Liebe!
Liebe, du bist ernst und froh und duldsam und tätig!
Liebe Liebe, wie leise sie spreche, sie spricht unaufhörlich fürs Herz hin! Liebe die nichts opfert und die nicht leidet, – ist lieblos! Treue der Liebe! du fließest in Gottes-Schoß, aus dem Herzen! Liebe, dein Accent ist ein Laut aus dem himmlischen Licht-Reich! Liebe, du bist ernst und froh und duldsam und tätig! Tod zerstört nicht die Lieb', – "er entflammt zur Unsterblichkeit sie nur". Liebe, bezahlt alles – und bleibt doch immer der Schuldner! Liebe, dein Schweigen ist schön, – und lieblicher oft, als dein Sprechen! Liebe genießt: im Entbehren, im Wirken, im Leiden für Andere! Liebe, deine Kraft ist leis' oft, dennoch Allwirksam! Was die Liebe vereint, das trennet kein trennendes Schicksal! Liebe! du wirst einst die Liebenden Alle vereinen!
Jahre verschwinden wie Tage – wie Augenblicke! o laß uns Jedem Jahre Ewigkeit geben, jeglicher Stunde Was, das keine Zeit, kein Zufall ihr oder Tod raubt! Leben laß uns, zehnfach leben durch Glauben und Liebe! Liebe unsterblich uns macht, unsterblich der Sterblichkeit Tage!
Nichts Unsterblicheres ist im sterblichen Menschen, als Liebe! Schliefe sie Jahre lang, sie erwacht zum lebendigen Leben, Wenn sie der Finger dessen berührt, der sie unserer Brust gab!
So wäre denn auch dieses Stück Erdenweg wieder zurückgelegt, – und ich kann hoffen, auf demselben wieder etwas in mein Inneres aufgesammelt zu haben.
Das Leben ist kurz, jedes Blatt werde mit etwas bezeichnet, was unermeßlich ist, und jede Minute zeige etwas Unvergängliches und Ewiges!
Wer nicht viel tragen kann, viel wohltun, viel vergeben, versteht die Weisheit nicht, und nicht die Kunst zu leben.
Lasset uns, ihr Lieben, so sehr wie möglich leben: das Leben zum Leben machen durch den weisesten und geistigsten Genuß und Gebrauch desselben!
Lasset uns tun, was wir können! Für uns sollen diese Prüfungszeiten ohne ihresgleichen – Gnadenzeichen ohne ihresgleichen werden!
Sammle dir jeden Tag etwas Ewiges, das dir kein Tod raubt, das den Tod und das Leben dir lieblicher jeden Tag macht.
Strebe, daß du nach deinem Hinscheiden fühlest, du habest gelebt! –
Zage nie beim Gefühl: Mein Leben ist Wahrheit und Liebe!
Willst du der Menschheit Lagen kennen? Ein kurzer Reim kann sie dir alle nennen; Sie heißen: Leiden, Tragen, Missen, Und Ruh'n und Wirken und Genießen!
Freundschaft will, wie das Feuer, genährt sein, – oder sie stirbet.
Die reine Freundschaft reiner Herzen Geht Hand in Hand in Freud und Schmerzen – Kein Glück, kein Mißglück trennet sie!
Jeder treue Freund sei dir Pfand der Freundlichkeit Gottes!
Achtung, Liebe, Vertrauen, Grundzüge im Dasein der Freundschaft; Treue, Weisheit und Muth und Geduld und Liebe – sind Freundschaft!
Möchten meine Thaten sein wie meine Worte, – und meine Worte wie mein Herz! —