Die allerschönste Blume, Die hier dem Menschen blüht, Die süße Himmelsdüfte Ihm hauchet ins Gemüt, Dies wunderbare Blümelein, – Du rätst wohl, wie es heißt – Mit Tränen will's begossen sein, Daß du's nur weißt!
Es kann das arme Leben Ein dauernd Glück nicht geben. Doch wo zwei Herzen füreinander schlagen, Da werden leichter sie das Leid der Erde tragen.
Die Liebe ist ein himmlischer Rausch, Ein gottbeseligter Seelentausch.
Ein schöner Freund, der mit der Flut gekommen Und mit der Ebbe Abschied schon genommen!
Du grollest dem Freunde und wendest Das Antlitz trüb von ihm fort. Was trat doch wohl zwischen euch beide? Ein Nichts – ein harmloses Wort, Das arglos den Lippen entfallen! Er ahnet nicht einmal den Grund, Und darum droht zu zerreißen Ein alter, heiliger Bund! So schaffst du immer dir Sorge und Schmerz, Du stolzes, du eitles Menschenherz! –
Was wertvoll ist, was kostbar, Erhaben, edel, groß, Fällt nicht wie reife Früchte, Von selbst uns in den Schoß. Es winkt dir aus der Ferne Manch herrlich Lorbeerreis, Erkämpf' es dir, erring' es: Die Arbeit ist der Preis.
Hoffnung, schönste Blüte, Du lichter Himmelsschein, Wie duftest du, wie strahlest du Ins Menschenherz hinein! Wie bist du ihm ein tröstend, Ein heilig Himmelspfand! Wie schmückest, wie vergoldest Du ihm der Zukunft Land! –
Weinet nicht! Weinet nicht, o weinet nicht Um die Lieben, die geschieden! Wenn ein Menschenherz hier bricht, Geht es ein zum ew'gen Frieden. Gönnt ihm, daß der Kampf vollbracht, Freut euch, daß es ausgerungen; Daß aus finstrer Erdennacht Es zum Licht ist vorgedrungen! Wir, die noch im Kampfe stehn, An der Last noch müssen tragen Und den letzten Gang noch gehn, Wir sind eher zu beklagen. Laßt es Freudenthränen sein, Die an teuern Gräbern fließen! – Hoffnungsblüten, duftig, rein, Mögen aus dem Staube sprießen!
Hast du etwas auf dem Herzen Wider deinen Mann, Laß es zwischen euch nicht werden, Gattin, einen Bann! Willst du grollen? Willst du schmollen? O du wagst unendlich viel, Du verfehlst gewiß dein Ziel, Setzest Lieb' aufs Spiel! Sag's ihm freundlich, sag's ihm offen, Und du darfst auf sich're Lösung hoffen! –
Es scheint die Sonne nicht an allen Tagen, Wohl mancher ist in Nebel tief gehüllt; Nicht alle Blüten sieht man Früchte tragen, Viel heiße Wünsche bleiben unerfüllt; Es kann das arme Leben Ein dauernd Glück nicht geben: Doch wo zwei Herzen füreinander schlagen, Da werden leichter sie das Leid der Erde tragen.
Hörer der Wahrheit, sie kann zum Segen, zum Heile dir werden; Sprecher der Wahrheit, dein Lohn ist mit dem Fluche verwandt.