Komm, mein Leben! Feld und Hain erglühen hold Unter Blütenträumen Und das Licht, wie helles Gold Rauscht es in den Räumen. Komm, mein Leben, meine Lust, Tritt in Gottes Helle, Daß sich wärmer Brust zu Brust, Lust zu Lust geselle!
Ein Gottesbild und sein Altar Komm, erschließe dich dem Lichte, Tritt aus dem beengten Zelt, Blicke groß in die Geschichte, Lebe mit Natur und Welt. Alle Farben, alle Flammen, Die das Schöpfungsrund dir weist, Fasse in ein Bild zusammen Und vertrau' es deinem Geist. Sieh, aus deines Geistes Rahmen Wird es leuchten wunderbar, Wesen gibst du ihm und Namen Und dein Herz ist sein Altar. Nenn' es Freiheit, nenn' es Milde, Was dein helles Auge fand, Doch der Grund der Weltgebilde Gibt dem Bild in dir Bestand. Treuer wirst du's bald umfangen, Als der Tempel von Porphyr, Du bestimmst dich ohne Bangen, Denn du trägst den Gott in dir!
Lebens-Banner Wohl drängen nach den schönem Räumen Die Menschen all in edlem Streit, Indem ihr Streben, Tun und Träumen Sich glühend um ein Banner reiht. Zwar lassen diese Pilgerschwärme Das Banner fallen oft im Lauf Und raffen mit vertauschter Wärme Ein neues zeitentsprechend auf. Erkennst du gleich, daß jede Fahne Ein Bild erhabnen Wähnens sei, Geselle dich dem schönen Wahne Als liebevoller Denker bei. Er wird zum Genius sich klären, Der sich zu dir mit Liebe senkt Und deine Sehnsucht in die Sphären Beflügelnder Geschicke lenkt.
Seelenrast Lagernd unter Busch und Halm Blick' ich in den Abend, Bläulich schwillt des Ackers Qualm, Aug' und Seele labend. Kühle, kühl', o feuchte Flur, Meines Busens Glühen! Löse liebend, o Natur, Alles Lebens Mühen!
Natur und Krieg Hier, wo Gottes Sonne scheint, Welch ein emsig Weben! Eine tiefe Leitung eint Jedes Widerstreben. Und dem Krieg erklärt den Krieg Alles was empfindet, Treu dem Geiste, der den Sieg Jedem Krieg entwindet. Herrsche bald in Haus und Feld, Freundliches Jahrhundert, Wo sein Roß der Waffenheld Schwenket unbewundert; Wo zu mildgeführtem Streit Tönt des Krieges Plage, Wie aus der Vergangenheit Eine grause Sage!