Johann Friedrich Herbart (1776–1841)

13 Sprüche Klassik

Wer die Reflexion einmal kennt, dem genügt selten das Empirische. Es ist zu dürftig und beengt trotz allem Reichtum.

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Zoroasters Religion ist zugleich Philosophie, der Griechen Religion ist zugleich Kunst, Moses Religion ist zugleich Staat, Christus Religion ist bloß Seele und Leben, aus welchem alles dies kommen kann.

Herbart, J. F., Rezensionen. Rezension zu: Religion, Wissenschaft, Kunst und Staat, in ihren gegenseitigen Verhältnissen betrachtet von Joh. Jac. Wagner. Erlangen, 1819

Die Erziehung ist Sache der Familien; von da geht sie aus, und dahin kehrt sie größtenteils zurück.

Herbart, Kurze Encyklopädie der Philosophie aus praktischen Gesichtspuncten, 1831. 12. Kapitel. Von der Erziehungskunst

Erziehung ist Arbeit, und hat, wie jede Arbeit, einerseits ihren Zweck, andererseits ihre Mittel und Hindernisse.

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Machen, daß der Zögling sich selbst finde, als wählend das Gute, als verwerfend das Böse: dies oder nichts ist Charakterbildung.

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Zur nötigen Strenge muss die Güte und zur Güte noch die Freundlichkeit hinzukommen, wenn man nicht das Gemüt des Kindes erkälten, und die Keime des Wohlwollens töten will.

Herbart, Umriss pädagogischer Vorlesungen, 1841 (2. vermehrte Ausgabe). 4. Abschnitt. Übersicht der allgemeinen Pädagogik nach den Altern. 2. Kapitel. Vom vierten bis achten Jahre. § 211

Der Zweck der Erziehung ist, die Kinder dem Spiel des Zufalls zu entreißen.

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Jedes Kind wächst in seiner eigenen Kraft und Gestalt; darum sei uns die Eigenart eines jeden Kindes heilig.

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Der Mensch bedarf der Erziehung. Nicht, als ob er ohne Erziehung nicht gedeihen könnte; sondern weil man es nicht dem Zufall überlassen bleiben soll, ob er gedeihen werde.

Herbart, Allgemeine Praktische Philosophie, 1808. 2. Buch. Die Idee und der Mensch. 8. Kapitel. Der einzelne Mensch, als Gegenstand der Pflicht

Das Treiben und die Gewohnheit der Menschen bestimmen ihren Charakter und Willen, nicht umgekehrt.

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Die Grenzen des Gedankenkreises sind die Grenzen für den Charakter.

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Charakter ist innere Festigkeit.

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Kinder haben sehr kenntliche Individualitäten, ohne noch Charakter zu besitzen.

Herbart, Allgemeine Pädagogik aus dem Zweck der Erziehung abgeleitet, 1806