Du weißt es wohl, daß du mein Alles bist; O wende nicht dein schönes Aug' von mir, Red' ich von unsrer Liebe Glück mit dir, Die du mein Alles bist! Du weißt es wohl, daß du mein Alles bist; O sieh beneidend nicht den Blumen nach, Die früh verblüht von binnen führt der Bach, Die du mein Alles bist! Du weißt es wohl, daß du mein Alles bist; O bald, ich fühl's, wirst du gestorben sein, Und lässest dieses arme Herz allein, Dem du sein Alles bist!
Unergründlich Ich küßte sie auf die Stirne kaum Und war erschrocken fast, Wie sie, ein Kind, so fiebernd heiß Und zitternd mich umfaßt; Wie liebeschauernd mir am Hals Ihr schluchzender Atem quoll, Wie gleich einem Retter ihr Herz mir schlug, Sprachloser Entzückung voll. Da ahnt ich an dir, du kleines Herz, Das solche Flammen kennt Die ganze ungelöschte Glut, Die heimlich auf Erden brennt.
Nichts macht die Seele so gesund, Das Aug' so hell und frisch Als eigen Haus auf eignem Grund Mit einem Freund am Tisch.
Ans Ziel Gestern ein Rieseln in weichen Eise. Heute ein Bach auf der Frühlingsreise. Gestern ein Kind mit Schleif und Band, heute Jungfrau im Festgewand. Wohin? Wer weiß? Und wem der Preis? Frage die Biene, wohin sie fliegt. Frage die Hoffnung wo Eden liegt.
In den Kampf Seele, sieh', es keimt der Tag; Was verhüllt im Dunkeln lag, Alles hebt sich aus der Nacht, Was dich wieder kämpfen macht, Was dich wieder mit der Welt In der Zweifel Fragen stellt: Wirst du heute dich befrei'n, Oder ihr Gefang'ner sein? Tröste dich und warte nur, Alles findet seine Spur, Hält uns nur den Glauben jung Irrtum und Begeisterung.