Es ist doch süß, geliebt zu sein.
Wer aus sich heraus lebt, tut immer besser, als wer in sich hinein lebt.
Geregnet muß es haben, wenn die Sonne lieblich scheinen, gestürmt muß es haben, wenn die Stille uns wohl thun soll; nur durch einen Zusatz von Bitterkeit gewinnt das Leben seinen wahren Hochgenuß.
Leben heißt wirken und vernünftig wirken. Nach unserer Weise heißt es aber leiden und unvernünftig leiden.
Wenn dem Menschen nicht immer etwas teurer ist als das Leben, so ist das Leben nicht viel wert.
Einige leben vor ihrem Tode, andere nach ihrem Tode. Die meisten Menschen leben aber weder vor noch nach demselben; sie lassen sich gemächlich in die Welt herein und aus der Welt heraus vegetieren.
Wer keinen Freund hat, verdient keinen; ein halb wahrer Satz. Aber wer keinen Feind hat, verdient keinen Freund; möchte eher zu beweisen sein.
Der Vernünftige hat wenige Freunde, aber der Unvernünftige kann keine haben. Der Letztere hat indessen das Glück, sich besser über den Mangel derselben zu täuschen.
Die Freundlichkeit eines Freundes besticht mehr als das Gold des Despoten, und sicher mehr als sein Dolch.
Der Weise fragt nicht, ob man ihn auch ehrt; Nur er allein bestimmt sich seinen Werth.
»Ihr vertraget gern die Narren, dieweil Ihr klug seid!« ist wohl einer der weisesten Sprüche des guten Paulus.
Aus der freien Narrheit der Individuen kann für den Staat große Weisheit gedeihen.
Niemand darf gezwungen werden, für einen anderen zu arbeiten; Arbeit soll aus freiem Willen getan werden.
Wer nicht seines guten Gedankenganges sehr gewiß ist, der wird bei dem Anblick auf die öffentliche Welt gleichgültig, nicht allein gegen Leben und Tod, sondern auch gegen Tugend und Laster.
Der Grund aller Religion ist feste unerschütterliche Überzeugung von dem Dasein Gottes, von seiner Vorsehung, von dem hohen, alles überwiegenden Werte der Tugend, von der Unsterblichkeit unseres Wesens und der Vergeltung nach dem Tode für unser Leben hier auf Erden.
Wo die meiste sogenannte positive Religion war, war immer die wenigste Moralität.
Alle wahre Religion scheitert am Konfessionswesen.
Die Religion ist die beste Führerin durch das Leben, die beste Leiterin in frohen Tagen, die beste Trösterin im Unglück.
Schmerz und Freude liegt in unsrer Schale, Ihre Mischung ist der Menschen Los, Von dem Strohdach bis zum Marmorsaale, Bis zum Grabe von der Amme Schoß.
Das Urverhängnis aller Dinge Liegt weislich in dem großen Ringe Durch lange Folgen von Notwendigkeit, Und nichts wird – wenn auch schwache Seelen Mit Gram sich bis zur Folter quälen – Im Schicksal anders eingereiht.
Ihr sagt: Gott schuf die Welt! Geheimnis, hülle Uns tief in Deine volle Wahrheit ein! Er tat's; wir glauben es aus ganzer Fülle. Wie? Wenn? Aus was? Wer wagt dies auszureihn? Dies ist nur Stoff für Gottes Geist allein.