Niemals werde der Feind mir verunglimpft, ist er ein guter; niemals werde gelobt, ist ein schlechter, der Freund!
Ein Herz und eine Seele sei Mit seinem Freund der Freund: Liebreich und wahrhaft, mild und frei, In Fern' und Tod vereint! Einst bringt, wer früher starb, in Glanz Dem Brudergeist den Palmenkranz!
Was man mit frischem Herzensblut Und keckem Wohlbehagen thut, Das thut man nicht vergebens.
In stetem Wechsel kreiset Die flügelschnelle Zeit, Sie blühet, altert, greiset, Und wird Vergessenheit; Kaum stammeln dunkle Schriften Auf ihren morschen Grüften. Und Schönheit, Reichtum, Ehr' und Macht Sinkt mit der Zeit in öde Nacht.
Jedem Monat blüht sein Schönes, Selbst in Sturm und Schnee und Eis; Wenn man's nur zu finden weiß!
Grabschrift unsres Haushahns An diesem Baume ruht der Haushahn, treu und gut. Er führt' ins achte Jahr der lieben Hennen Schar. Als wackrer Ehemann rührt' er kein Krümchen an, was wir ihm vorgebrockt, bis er die Fraun gelockt. Nun strotzt er nicht mehr im Hofe stolz umher und jagt aus seinem Ort des Nachbarn Hühner fort. Nun schützt er nicht vor Graun im Sturm und Nacht die Fraun. Nun wecket uns nicht früh sein helles Kikeriki. Vor Alter blind und taub, sank er zuletzt in Staub. Sein Kamm, so schön und rot, hing nieder, bleich vom Tod. Hier graben wir ihn ein, wir Kinder, groß und klein, und sagten wehmutsvoll: du guter Hahn, schlaf' wohl!
Wer nicht liebt Weib, Wein und Gesang, Der bleibt ein Narr sein Lebelang!