Johann Michael Sailer (1751–1832)

22 Sprüche Klassik

Mein Glaube ist Philosophie und meine Philosophie ist Glaube.

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Wo man Liebe aussäet, da wachset Freude empor.

Eiselein (Hg.), Die Sprichwörter und Sinnreden des deutschen Volkes in alter und neuer Zeit, 1838

Nur Liebe opfert sich gern, weil es ihr Wesen ist, sich in anderen zu vergessen und sich für andere zu opfern; nur Liebe kann Kindeshüterin sein.

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Die wahre Freundschaft hat nur zwei Gesetze: Erstens, daß einer des anderen Freund sei; zweitens, daß er's von ganzem Herzen sei. Diese Gesetze sind nicht erdichtet, sie sind im Wesen der Freundschaft begründet.

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Töte die Eigenliebe, dann ist die Freundschaft auferstanden.

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Die wahre Weisheit ist in Gott, Kommt von Gott, Führt zu Gott, Ruht in Gott.

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Die gute Familie ist das heilige Gefäß, aus dem die bessere Nachwelt hervorgeht.

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Die christliche Religion ist eine Religion für Menschen in concreto, wie wir sind, die Vernunftreligion eine solche für Menschen in abstracto, die wir nicht sind.

Hilty, Bausteine. Aphorismen und Zitate aus alter und neuerer Zeit, gesammelt von Prof. Dr. C. Hilty, 1910 (posthum)

Sein Schicksal bildet sich der Mensch selbst. Und: seinen Menschen bildet sich das Schicksal. So umarmen sich denn doch Freiheit und Notwendigkeit.

Sailer, Deutsches Sprichwörter- und Sprüchebuch. Ein Lehr- Lese- und Unterhaltungsbuch für Deutsche, 1819. Sprüche und Glossen. Erstes Hundert [2.]

Schicksal ist dem Weisen in seiner menschlichen Sprache unwandelbarer Wille der unwandelbaren Liebe.

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Ohne Gehorsam ist keine Erziehung möglich.

Sailer, Über Erziehung für Erzieher, revidierte und vermehrte Auflage 1831 (EA: 1807)

Wenn ein Menschenkind, wie sich ein Philosoph ausdrückt, erstens discipliniert, zweitens kultiviert, drittens zivilisiert und viertens moralisiert werden muß, so muß es fünftens auch divinisiert, das heißt zum göttlichen Leben gebildet werden, wenn ihm anders das höchste Leben, das eigentliche Leben im Menschenleben, nicht fehlen soll.

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Seid selber, was ihr aus andern bilden wollt; das ist die ganze Erziehungsweisheit.

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Erziehen ist angewöhnen.

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Die Grundursache des sittlichen Verderbens liegt in der falschen Maxime, die das Wissen von Weisheit, das Lernen von der Zucht, die Erziehung des Kopfes von jener des Menschen getrennt hat.

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Die schlechtesten Ärzte sind jene, die sich im Krankenhaus unentbehrlich machen wollen; die schlechtesten Erzieher, die sich in der Erziehungsstube unentbehrlich zu machen suchen. Du sollst meiner nicht mehr bedürfen, spricht der weise Arzt zum Kranken, der edle Erzieher zum Zögling. Werde gesund, Du Kranker! Werde Mann, Du Kind! Das ist Sinn und Geist aller Heil- und Erziehungskunst.

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Allwissenheit ist das Auge, Güte das Herz, Wahrheit der Mund, Allmacht die Hand Gottes.

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Die Wahrheit ist die Einheit zwischen dem Erkennen des Wahren, dem Wollen des Guten und dem Vollbringen des Rechten.

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Wer das Wahre kennt, das Gute achtet und tut, der ist weise.

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Dreifach sind die Hindernisse der Anschauung des Wahren: der Leib mit allen Nebeln, die von ihm aufsteigen; das Gemüt mit all seinen Neigungen und Krankheiten, die Vernunft mit all ihren Verirrungen und ihrer Flügellahmheit.

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Herr, gib mir blinde Augen für Dinge, die nichts taugen und Augen voller Klarheit für all deine Wahrheit.

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