Johann Nepomuk Nestroy (1801–1862)

94 Sprüche Klassik

Ich bin ein angehender Greis, der Hoffnung hat, ehrwürdig zu werden. Also nichts zu fürchten.

Nestroy, Lady und Schneider. Posse mit Gesang in zwei Akten, 1849. 2. Akt, 5. Szene, Fuchs

Wahrheit ist das Erhabenste – drum kann man's nicht jedem auf die Nase binden.

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Nichts ist das Wahre, weil gar nichts wahr ist.

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Die Menschen sind schon so unsinnig, daß sie das für Wahrheit halten, worüber sie ein' Schein in Händen halten.

Friedell (Hg.), Das ist klassisch! Nestroy-Worte, hg. von Egon Friedell 1922

"Wahrheit wünsch ich, Wahrheit aus Ihrem Mund, ich hab bereits eine Ahnung." "Da haben Sie auch alles, denn die größten Gelehrten haben von der Wahrheit nie mehr als eine Ahnung gehabt."

Nestroy, Das Mädl aus der Vorstadt oder Ehrlich währt am längsten (literarische Vorlage: La Jolie Fille du Faubourg von Paul de Kock und Charles Varin), 1841

Man kann keinem Menschen ins Herz schaun; viel weniger in die Seel', denn die steckt noch hinter dem Herzen.

Friedell (Hg.), Das ist klassisch! Nestroy-Worte, hg. von Egon Friedell 1922

Ein königliches Paar sitzt seit Anbeginn auf dem Erdenthron und regiert den staatlichen Menschenbund. Egoismus heißt der Herrscher, die Herrscherin heißt Eitelkeit, und die nimmersatten Leidenschften bilden ihr unverantwortliches Ministerium.

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Ich weiß, daß die Hoffnung grün is, weil sie dem Menschen grüne Zweige vorspiegeln muß, auf die er nie kommt.

Nestroy, Die beiden Herren Söhne, 1845

"Hat der Schmerz heute einen besonderen Grund?" – "Ist nicht der Schmerz der tiefste, welcher grundlos ist?"

Nestroy, Das Haus der Temperamente, 1837

Der Mensch ist schön, aber die Menschen sind Schweine.

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