Joseph Stanislaus Zauper (1784–1850)

9 Sprüche Klassik

Wer nur die Leute leben sieht, verzweifelt nicht am Leben.

Zauper, Aphorismen moralischen und ästhetischen Inhalts, 1840

Wer so recht sich selbst leben könnte! Einsam wie und wann er wollte, nur mit sich und seinem Gott in Zwiesprach; aber einen Freund zu haben, wie lieblich! Wo findest du ihn aber, dass er zu dir stimmte, dich nicht hindere, dich nicht verzögere?

Zauper, Aphorismen moralischen und ästhetischen Inhalts, 1840

Es gibt Menschen, die gar keine Berührungspunkte der Freundschaft haben.

Zauper, Aphorismen moralischen und ästhetischen Inhalts, 1840

Kein Gedanke ist neu, er kann aber neu geschliffen werden.

Zauper, Aphorismen moralischen und ästhetischen Inhalts, 1840

Die Augenblicke, wo einem alles auf einmal einfällt, sind nicht eben angenehm, sondern geistverwirrend.

Zauper, Aphorismen moralischen und ästhetischen Inhalts, 1840

Gedanken, die man niedergeschrieben, soll man nicht sobald wieder lesen, sondern sich erst fremd werden lassen und nach einiger Zeit wieder lesen. Man sieht dann, ob man gewonnen oder verloren; das Urteil darüber ist dann unbefangen und lässt sich korrigieren.

Zauper, Aphorismen moralischen und ästhetischen Inhalts, 1840

Lasse den Kindern allen ihren Willen, sie werden noch nicht zufrieden sein.

Zauper, Aphorismen moralischen und ästhetischen Inhalts, 1840

Je älter ich werde, desto mehr lerne ich das Schweigen.

Zauper, Aphorismen moralischen und ästhetischen Inhalts, 1840

Das Wahre ist längst gefunden, es ist ewig wie der Irrtum; die Späteren legen ihm nur ein neues Kleid an, ihr ganzes Verdienst ist die neue Wendung des uralten Gedankens. Das Neueste ist schon dagewesen.

Zauper, Aphorismen moralischen und ästhetischen Inhalts, 1840