Julius Langbehn (1851–1907)

36 Sprüche Realismus

Glück kann man nicht heucheln.

Schmidkunz (Hg.), Das edle, tapfere Herz. Gedanken aus dem Werk des Rembrandtdeutschen, 1943

Früchte reifen an der Sonne, Menschen reifen durch die Liebe.

Langbehn, Der Geist des Ganzen, posthum hg. von B. M. Nissen 1930

Was nicht Aus deinem Herzen stammt, Das dringt auch nicht zum Herzen – Das Licht, Das dir im Auge flammt, Es leuchtet sehr Und zündet mehr Als hunderttausend Kerzen!

Langbehn, Der Geist des Ganzen, posthum hg. von B. M. Nissen 1930

Schmerz adelt – Liebe heiligt.

Schmidkunz (Hg.), Das edle, tapfere Herz. Gedanken aus dem Werk des Rembrandtdeutschen, 1943

Gerader Blick und leises Erröten – das ist die Geburt der Liebe! Reiner Einklang der Herzen – das ist Liebe. Ganz miteinander gehen im Fühlen und im Leben – das ist Liebe. Auge in Auge, Seele in Seele – das ist Liebe in Liebe. Liebe ist immer Ganzbeziehung des einen Menschen zum andern.

Langbehn, Der Geist des Ganzen, posthum hg. von B. M. Nissen 1930

Wahre Liebe – das ist der Gruß des Himmels an die Erde.

Langbehn, Der Geist des Ganzen, posthum hg. von B. M. Nissen 1930

Liebe ohne Weisheit ist wohl denkbar, aber nicht Weisheit ohne Liebe.

Langbehn, Rembrandt als Erzieher, 90. Auflage 1936 (EA: 1890). Aus dem Vorwort von Benedikt Momme Nissen, 1922

Es ist ein großes Geheimnis, daß die Liebe der wahren Sachlichkeit und Sachlichkeit der wahren Liebe völlig entspricht.

Langbehn, Der Geist des Ganzen, posthum hg. von B. M. Nissen 1930

Liebe Nach Liebe dürstet mein Herz, nach Liebe sehnt sich mein Mut, nach Liebe seufzet mein Mund: O Liebe, komm! Die Sonne freuet mich nicht, der Mond erquicket mich nicht, die Sterne locken mich nicht: Weil Liebe fehlt! In Trauern lebe ich hin, in Tränen schmachte ich hin, in Trübsal sterbe ich hin: Bis Liebe naht!

Langbehn, Lieder, 1931 (posthum)

Lebendiges kommt nie aus der Retorte.

Langbehn, Der Geist des Ganzen, posthum hg. von B. M. Nissen 1930

Von Herzen geht, Zum Herzen kommt Das Leben.

Langbehn, Der Geist des Ganzen, posthum hg. von B. M. Nissen 1930

Wer aus einer Quelle trinken will, muß sich bücken; wer sich nicht bücken will, der muß verdursten – hierauf beruht das Elend aller hochmütigen, aller verhärteten Seelen.

Langbehn, Der Geist des Ganzen, posthum hg. von B. M. Nissen 1930

Erst im lauteren Dienst am Werk und Gedanken wächst der Mensch zu wahrhaft freier Größe.

Kühnel (Hg.), Zitaten-Handbuch. Worte und Weisheit aus vier Jahrtausenden, hg. von Joseph Kühnel, 1937

Die rechtmäßige Gattin der Bildung aber ist die Religion.

Langbehn, Der Geist des Ganzen, posthum hg. von B. M. Nissen 1930

Die Religion ist nichts oder sie ist das Erste.

Langbehn, Rembrandt als Erzieher, 90. Auflage 1936 (EA: 1890). Aus dem Vorwort von Benedikt Momme Nissen, 1922

Wer nicht stirbt, lebt nicht.

Langbehn, Rembrandt als Erzieher, 90. Auflage 1936 (EA: 1890). V. Deutsche Menschheit. Christentum

Das Seelische gehört überall an die Spitze. Erziehung ist zuerst und zuletzt Erziehung der Seele.

Langbehn, Der Geist des Ganzen, posthum hg. von B. M. Nissen 1930

Wirklich alt ist nur der, der nicht mehr lernen kann oder will.

Kühnel (Hg.), Zitaten-Handbuch. Worte und Weisheit aus vier Jahrtausenden, hg. von Joseph Kühnel, 1937

Ich sah von weitem Die Früchte leuchten In Gottes Garten – Wie war das schön!

Nissen, Der Rembrandtdeutsche Julius Langbehn. Von seinem Freunde Benedikt Momme Nissen, 1926

Einer, der Gott leugnet, ist wie einer, der die Sonne leugnet; es wird ihm nicht viel helfen: sie scheint doch!

Langbehn, Der Geist des Ganzen, posthum hg. von B. M. Nissen 1930

Ein französischer Bischof, zur Zeit Ludwigs XIV., besuchte ein vornehmes Haus und fragte dort den achtjährigen Sohn der Familie, einen aufgeweckten Jungen, indem er eine Orange aus einem Körbchen auf dem Tisch nahm: "Mein Kind, ich will dir diese Orange geben, wenn du mir sagst, wo Gott ist." — "Und ich, Herr Bischof, werde Ihnen den ganzen Korb voll Orangen geben, wenn Sie mir sagen, wo Gott nicht ist", erwiderte ihm der Knabe.

Langbehn, Der Geist des Ganzen, posthum hg. von B. M. Nissen 1930. An Bischof von Keppler am 12. Dezember 1899