Julius Rodenberg (1831–1914)

10 Sprüche Romantik

Solange man sinnlich liebt, liebt man nur um seiner selbst willen, aber das ist der Egoismus. Der Weg zur sittlichen Vollendung ist die Liebe um der anderen Willen.

Rodenberg, Die neue Sündflut, 4 Bde., 1865

Wo nichts mehr erlöst, da erlöst die Liebe.

Rodenberg, Die Insel der Heiligen. Eine Pilgerfahrt durch Irlands Städte, Dörfer und Ruinen, 1864

Wenn die Liebe nicht mehr glauben darf, wo ist das Ende des Zweifels? In der Liebe ist das Vertrauen alles; wer nicht vertrauen kann, ganz und ungeteilt und aus vollem, aus vollstem Herzen, der kann nicht lieben. Aber wer getäuscht wird? Die Liebe kann sich niemals in Haß verwandeln, nein! Das kann sie nicht in edlen Herzen. Aber sie kann sich in Verachtung verwandeln: und das ist schlimmer…

Rodenberg, Die neue Sündflut, 4 Bde., 1865

Ein Wesen, das wir lieben und verehren, vergessen machen, daß es unglücklich gewesen, hat für edle Seelen wohl noch einen größeren Reiz, als der frühlingsheiteren Seele der noch Ungeprüften die erste Empfindung des Glückes zu geben. In einer solchen Liebe ist fast gar kein Egoismus mehr, es ist die Liebe der Seele, nicht die Liebe der Sinne.

Rodenberg, Die neue Sündflut, 4 Bde., 1865

Das Leben ist das einzige Mittel, um der Vergangenheit, den Erinnerungen, uns selber zu entfliehen. Nicht als ob wir ihnen treulos werden wollten, sie bleiben uns und wir bleiben ihnen. Aber das Leben stiftet seinen Frieden dazwischen.

Rodenberg, Die neue Sündflut, 4 Bde., 1865

Leben ist ein ständig Streiten, Ist ein ewiges Geschehn. Stille stehn heißt: Rückwärts schreiten, Rückwärtsschreiten untergehn.

Rodenberg, In: Hessisches Jahrbuch, 1854

Das Menschenherz läßt sich nicht verbieten zu hoffen.

Rodenberg, Die neue Sündflut, 4 Bde., 1865

Ach, die Hoffnung bleibt ja treu bis zum letzten, und an der Stelle, von der man sie mit zitternder Hand ausgerissen, wächst eine neue.

Rodenberg, Die neue Sündflut, 4 Bde., 1865

Es ist so viel schwerer, wahr zu sein, nachdem man einmal unwahr gewesen!

Rodenberg, Die neue Sündflut, 4 Bde., 1865

Wer in sich blickt, der findet eine Welt, die schadlos er für die da draußen hält.

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