Reife Im hohen, heißen Sommer, Wenn schwanger alle Luft, Spürst du ganz einen eignen, Der Reife schweren Duft. Es weht ein drängend Leben Von jedem Halme her. ... Auch du, mein Herz, wie trägst du An deiner Liebe schwer.
Noch suche ich! Nie liebt' ich Weiber, nein! ich such' das Weib, Das Weib der Wahrheit – ohne Wunden, Von schöner Seele wie von schönem Leib, In dem die Sehnsucht soll gesunden. Noch suche ich das Weib der Harmonie. Doch jede Sehnsucht weist in Fernen, in immer weit're… Und ich bog das Knie Drum keiner Einzigen Augensternen. Es gab mir jede Frau nur einen Strahl Der vollersehnten Liebessonne; So ward mir jedes Weib zu neuer Qual, Niemals zu ganzer Wahrheit Wonne. Nur Eine nehm' ich aus: die Mutter mein Und dann die Mutter meiner Kinder. Die Mutter aber ließ mich längst allein. Der Andern Herz gehört nicht minder Den Kindern und viel Liebbedürft'gen mehr. … So geht die tiefste Sehnsucht wandern, Und sucht die Liebe, deren Hand nie leer, Und die ihr Leben läßt dem Einen Andern.
Zwischen Himmel und Erde Aus der Wüste aufgerichtet – Strebt mein Leben in die Sterne, Hat sich kühn ein Reich erdichtet, Das sich dehnt zur fernsten Ferne. Laut ruf ich des Himmels Kunde, Durch der Erde weite Hallen, Denn ich fühle mich im Bunde Mit des Weltalls Wundern allen. Fühl mich selber als ein Wunder: Bald beschenkt und bald ein Schenker, Fliegend auf und tauchend unter … … Herr, bleib meines Lebens Lenker!
Feine Finger Feine Finger mußt du haben Um ein Herz nicht zu zerwühlen, Finger, die des Mondes Silber Und den Duft der Rosen fühlen. Liebe lebt solch zartes Leben… Um die Glut nicht zu verkühlen, Mußt du feine Finger haben, Finger, die die Seele fühlen.