Ob ich dich liebe? Frage die Sterne, denen ich so oft meine Klagen vertraut. Ob ich dich liebe? Frage die Rose, die ich dir sende, von Tränen betaut. Ob ich dich liebe? Frage die Wolken, denen ich oft meine Botschaft vertraut, Ob ich dich liebe? Frage die Wellen, ich habe in jeder dein Antlitz geschaut. Wenn du mich liebtest, himmlisches Mädchen, o dann gestände ich dir es auch laut, wie ich dich liebe, daß ich dich nenne stets meinen Engel und bald meine Braut.
Ob ich dich liebe? Frage die Sterne [...].
An die Geliebte Göttin mit dem Rosenmunde, Mein ganzes Ich ist eine einz'ge Wunde, Mein Herz ein Apfel, wo der Liebe Made Sitzt drinnen und zerfrißt es ohne Gnade. Den Teig deiner Reize knet' ich stets in meinen Sinnen, Hoch gehrt er auf, als wäre Hefe drinnen; Du bist ein Löschpapier, das meine Sinnen trinket, Du bist ein Teich, worin mein Herz versinket. Von hartem Pockenholz ist dein Herz gedrechselt, Meine Seele hast du zu Spreu zerhexelt, Mein Tränenstrom könnt' einen Fixstern löschen, Doch kalt bleibst du, wie gesäugt von Fröschen. Auf deinen Wangen läßt sich's botanisieren, weil Rosen und Lilien dort florieren, Und von der Lippen rotem Unterkissen Hat Amor mich mit seinem Pfeil geschmissen. Wie den Schneemann sich die Straßenbengel, So aus Äther webten dich die Engel, All' ihre Schönheit schenkten sie der Einen, Daß sie nun selbst wie schwarze Kater scheinen. Und Hunde nach dem Hafen lechzen, Wie Raben nach dem Aase krächzen, Wie nach dem Blute dürst't der Floh, Nach deiner Liebe ächz' ich so. Die Uhren laufen vor Liebesglut schneller, Das Eis vor Sehnsucht schmilzt in dem Keller, Vor Liebespein brüllen die Mücken wie Kühe, Graubärtige Eichen fall'n auf die Kniee. Könnt' ich deine Liebe dadurch erhalten, Die Erde woll' ich wie einen Käse spalten, Ich schlüge die Sonne mit Keulen tot Und brächte sie dir zum Abendbrot. Ich kröche zum Schornstein der Welt hinaus, Ich brächte dir eine Engelslaus, Ich prügelte dem Mond die Hucke voll Und würde zuletzt vor Liebe toll.
Armes Herz, was klagst du? Oh, auch du gehst einst zur Ruh' Was auf Erden, muß vergehen! - "Gibt es wohl ein Wiedersehen?", fragt das Herz in bangem Schmerz Glaub, daß ich dich wiederseh, tut auch heut das Scheiden weh!