Schweige, Mund Schweige, Mund, und redet, Augen! Andre Sendung will ich nicht; Nur so zarte Boten taugen, Wo ein zart Geheimnis spricht. Durch der Wimpern Schattenschleier Dringen Blicke, bang, doch kühn, Süßes, wunderbares Feuer Spiegelnd in der Wangen Glüh'n. Ja, mit Wundermacht entzünden Licht sie im verwandten Sein, Wissen schnell die Bahn zu finden Tief in Herzens Herz hinein. Und die lieblichen Gesandten Führen mächt'ge Sprache dort, Und so schlingt mit Wechselbanden Sich der Blicke Botschaft fort. Unentweiht von äußern Zeugen, Und im heilig stillen Raum, Lang noch weil' im zarten Schweigen, Lichter sel'ger Himmeltraum!
Ach, wie Blumen sich entfärben, Wenn ein Hauch den Schmelz entführt, Muß der Liebe Blüte sterben, Von der Sünde Hauch berührt. Edles Feuer schöner Jugend, Bebe vor der Schuld zurück! Lieb' ersiegt allein die Tugend, Nur der Unschuld blüht das Glück.
Schwellender Knospen im Lenz sind unsere Hoffnungen ähnlich; Stets, wenn die eine verwelkt, schließet die andre sich auf.