Liebe ist ein Wort des Lichts, geschrieben von einer Hand des Lichts, auf eine Seite des Lichts.
Liebende umarmen das, was zwischen ihnen liegt, eher als einander.
Liebe, die sich nicht jeden Tag selbst erneuert, wird zuerst zur Gewohnheit und dann zur Sklaverei.
Liebe ist der Schleier zwischen Liebenden.
Noch gestern nahm ich mich als Bruchstück wahr, das ohne jedes Gleichmaß in der Lebenssphäre zittert. Heute nun weiß ich, dass ich die Sphäre bin und sich das ganze Leben in rhythmischen Fragmenten in mir bewegt.
Das Leben ist wie eine Prozession. Wer langsam geht, findet sie zu schnell und steigt aus. Wer schnell geht, findet sie zu langsam und steigt auch aus.
Mein Haus sagte zu mir: „Verlass mich nicht, denn hier wohnt deine Vergangenheit.“ Dann sagte die Straße zu mir: „Komm, folge mir, ich bin deine Zukunft.“ Da sagte ich zu beiden, meinem Haus und der Straße: „Weder habe ich Vergangenheit noch Zukunft. Denn wenn ich hier bleibe, ist ein Gehen in meinem Verweilen, und wenn ich gehe, ist ein Verweilen in meinem Gehen. Es sind nur Liebe und Tod, die die Dinge ändern.“
Vielleicht ist ein Begräbnis unter Menschen ein Hochzeitsfest unter Engeln.
Eine Wahrheit muss immer gegenwärtig sein, um hin und wieder ausgesprochen werden zu können.
Im Grunde gibt es nur zwei Elemente: Schönheit und Wahrheit. Schönheit in den Herzen der Liebenden und Wahrheit in den Armen der Ackerbauern.
Siebenmal habe ich meine Seele verachtet: Das erste Mal, da ich sie als demütig ansah, auf dass sie an Größe gewinne. Das zweite Mal, als ich sah, wie sie vor Verkrüppelten hinkte. Das dritte Mal, als sie zwischen Schwerem und Leichtem wählen konnte, und sie sich für das Leichte entschied. Das vierte Mal, als sie ein Unrecht beging und sich selbst damit tröstete, dass auch andere Unrechtes tun. Ein fünftes Mal, als sie etwas aus Schwäche unterließ und ihrer Langmut Stärke zuschrieb. Das sechste Mal, als sie die Hässlichkeit eines Gesichtes verachtete und nicht erkannte, dass es eine ihrer eigenen Masken war. Und das siebte Mal habe ich meine Seele verachtet, als sie zu einem Lobgesang anhob und das für Kunst hielt.