Liebeslied Dein Mund, der schön geschweifte, Dein Lächeln, das mich streifte, Dein Blick, der mich umarmte, Dein Schoß, der mich erwarmte, Dein Arm, der mich umschlungen, Dein Wort, das mich umsungen, Dein Haar, darein ich tauchte, Dein Atem, der mich hauchte, Dein Herz, das wilde Fohlen, Die Seele unverhohlen, Die Füße, welche liefen, Als meine Lippen riefen –: Gehört wohl mir, ist alles meins, Wüßt' nicht, was mir das Liebste wär', Und gäb nicht Höll' noch Himmel her: Eines und alles, all und eins.
Die Luft ist voll von deinem Duft Die Luft ist voll von deinem Duft, O süßer Leib du von Jasmin! Die Uhr schlägt drei. Am Horizont Die ersten rosa Wolken ziehn. Die ersten rosa Wolken ziehn Am Horizont. Die Uhr schlägt drei. O süßer Lieb du von Jasmin, Die Luft ist voll von deinem Duft!
Weib Wie du Wind vergebens Alle Lüfte regst, Hab ich Sinn des Lebens, Weib, wenn du mich trägst. Bin ich dir im Tiefen immer Tier und Sohn: Die dich Göttin riefen, Riefen Hündin schon. Lieg ich dir im Schoße Gramzerkrampft: Fühl ich, wie die große Welt sich selbst zerstampft.
O gib O gib mir deine Hände, Der Frühling brennt im Hag, Verschwende dich, verschwende Diesen Tag. Ich liege dir im Schoße Und suche deinen Blick. Es wirft gedämpft den Himmel, Der Himmel dich zurück. O glutend über Borden Verrinnt ihr ohne Ruh: Du bist Himmel geworden, Der Himmel wurde du.
Vergib mir. Ich tat, Was Gott allein zu tun geziemt: Nahm deine Hand für meine Hand, Dein Herz für meines. Mich verwirrte Die schöne Nacht, Der goldne Stern im Strauch Und dann: der namenlose Duft der Linde. Verzeih.
Soll ich kleine Lieder singen, Wie ich oftmals tat? Sonne schon und Nachtigallenschwingen Naht. Unterm Schnee die Quellen rauschen Schon dem Frühling zu. Laß uns lächeln, laß uns lauschen! Du! Rinnt nicht auch in deinen Tränen Schon der Mai? Liebend Berge sich an Berge lehnen. Sei! Eine Tanne steht im jungen Triebe, Wo der Marder schlich. Winter wankt. Die Föhne stürmen. Liebe Mich!
Wir im Welteninnen Pflanze auf meine Lenden Deiner Liebesküsse Raserei! Sieh: mein Schrei Brüllt wie eine Fackel auf zu Weltenbränden. Laß die Sterne bleich ins Nichts verrinnen, Laß die Erde sich in Asche modern: Wir im Welteninnen Werden wie die Hölle ewig lodern!
Fannerl Hab dich doch lieb, Fannerl, Wenn die Sterne fallen, Wenn die Sonne steigt. Du duftest wie das Ried. Du bist frisch wie ein Taumorgen. Deine Hände betten mich an deine Brust, Als wäre ich dein Enkelkind. Unten im Gries Fliesst die Isar. Wollen wir Floss fahren Bis ins Meer? Tags ist es kühl bei dir Wie im Schatten der Leutaschklamm. Aber nachts Brennst du wie der Mittag auf den Karwendelsteinen. Wenn der Herbst kommt, Wenn ich weiter muss – Weine nicht, Fannerl.
Das Notabene (Nach Bellmann) Holt mir Wein in vollen Krügen! (Notabene: Wein vom Sundgau) Und ein Weib soll bei mir liegen! (Notabene: eine Jungfrau) Ewig hängt sie mir am Munde. (Notabene: eine Stunde…) Ach, das Leben lebt sich lyrisch (Notabene: wenn man jung ist), Und es duftet so verführisch (Notabene: wenn's kein Dung ist), Ach, wie leicht wird hier erreicht doch (Notabene: ein Vielleicht noch…) Laß die Erde heiß sich drehen! (Notabene: bis sie kalt ist) Deine Liebste sollst du sehen (Notabene: wenn sie alt ist…) Lache, saufe, hure, trabe – (Notabene: bis zum Grabe).
Ein rasender Protest gegen den kriegerischen Gedanken und das kriegerische System in der ganzen Welt tut not.
Ich liebe die glatten Gesichter nicht und die glatten Redensarten. Sie lügen.