Konrad Telmann (1854–1897)

5 Sprüche Realismus

Wie selten, daß im Druck und Drang des Lebens ein Menschenherz dem andern sich erschließt, der tiefste Born geheimnisvollen Webens in gottgeweihter Stunde überfließt! Denn was wir Heiligstes im Innern tragen, wie Wenigen gönnen wir's mit banger Scheu, wir kennen ja den Spott auf unsre Klagen, Gleichmut und Selbstsucht, die sich ewig treu. So bergen neidisch wir, was echt uns eigen, und überschau'n wir, was das Leben gab, ein Wandern war's in Einsamkeit und Schweigen, und unser Bestes deckt mit uns das Grab!

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In der Zaubermacht der Familie, die man nirgends so wiederfindet, beruht die Hauptstärke Deutschlands.

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Starke Seelen ertragen auch das Trostlose ungebeugten Mutes.

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Es ist ein schöner, glücklicher Traum, der vom ewigen Frieden, aber vielleicht wird immer Krieg in der Welt sein müssen, damit wir begreifen lernen, welchen Wert und Inhalt das Leben haben soll.

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Das halte fest bei hellem Sonnenschein ist's leichte Kunst, getrosten Muts zu sein, doch ob ein Menschenherz ist stark und groß, das zeigt sich erst bei einem schweren Los.

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