Konstantinos Kavafis (1863–1933)

8 Sprüche Realismus

Damit sie kommen Eine Kerze genügt. Ihr Licht, das matte, fügt sich besser, schmeichelt mehr, wenn sie kommen, die Schatten, die Schatten der Liebe. Eine Kerze genügt. Das Zimmer sei heut' abend ohne helles Licht. Tief in Träumerei versunken, voll Empfänglichkeit und bei schwachem Licht – so in Träumerei versunken gebe ich mich Gaukelbildern hin, damit sie kommen, die Schatten, die Schatten der Liebe

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Und wenn du dein Leben nicht führen kannst, wie du es dir wünschst, versuche wenigstens, so weit es dir möglich ist, dies: Entwürdige es nicht in all diesen Gesellschaften der Welt, in den vielen Bewegungen und Reden.

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Halb zwölf. Wie schnell ist die Stunde vergangen. Halb zwölf. Wie schnell sind die Jahre vergangen.

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Das Schicksal ist ein Verräter.

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Der Verheiratete lebt wie ein Hund und stirbt wie ein Mensch. Der Ehelose lebt wie ein Mensch und stirbt wie ein Hund.

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Das Altern meines Körpers und meiner Gestalt ist eine Wunde von einem entsetzlichen Messer.

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Die Götter sterben nicht. Der Glaube des undankbaren sterblichen Pöbels stirbt.

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Gibt es eigentlich Wahrheit und Unwahrheit? Oder gibt es nur Neues und Altes, und die Unwahrheit ist einfach das Greisenalter der Wahrheit?

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