Die zarte, schöne Welt, schön anzuschaun, zart empfinden ist das Glück, und Glück im Herzen schützt vor allem Unglück.
Wenn du ein bess'res Glück erwartest morgen, dann scheint dir heut' die hellste Sonne düster.
Kein Mensch allein ist glücklich, als ein Schelm, Ein leichter Thor, ein frevelhafter Spötter; Und ist der glücklich, ohne Herz und Sinn?
Das ist der größte Vorteil für die Menschheit, Daß jeder für die andern alles thue, Und jeder von den allen es empfange. Nur wenig bringt der Einzelne dem Ganzen, Wie viel empfängt der Einzelne von allen! Wie treu beschützt ist jeder durch die Menschheit. Wie wenig mehr bedarf es doch zur Eintracht, Zu Glück und Ruh' zu unkränkbarer Freiheit Von allen Menschen, als den Willen aller: Jedwedem mit dem Leben selbst zu dienen! Mit den geringsten Mitteln will der Gott Die größte Wirkung – aber durch die größte Gesinnung, durch die göttlichste: – die Liebe.
So viel, wie ›jemand‹ von den Augen hält, So frevelnd oder rein er's nimmt mit Liebe, So viel auch hält er von der Ehre oder – So wenig, und so ist auch er geehrt! Wer sich nicht achtet, ehrt die Frauen nicht, Wer nicht die Frauen ehrt, kennt er die Liebe? Wer nicht die Liebe kennt, kennt er die Ehre? Wer nicht die Ehre kennt, was hat der noch?
Wer kränkt je Deine Liebe? Das Lieben ist ganz unbeleidigbar!
Nur wo nicht Klarheit ist und reine Liebe, Da irrt der Mensch im Nebel der Gefühle.
Du lebst nicht, kannst du nicht mit andern leben; Du lebst nicht, können sie es nicht mit dir; Ihr lebst nicht, wenn nicht mit Vernunft und Liebe.
Versenke dich in das, was wird, Dann hast du in dein Leben dich versenkt.
Lebe rein, mein Herz, dies schöne Leben, Rein von allem Fehl und bösem Wissen, Wie die Lilie lebt in stiller Unschuld, Wie die Taube in des Haines Wipfeln; Daß du, wenn der Vater niederblicket, Seist sein liebstes Augenmerk auf Erden, Wie des Wandrers Auge unwillkürlich An den schönsten Abendstern sich heftet; Daß du, wenn die Sonne dich einst löset, Eine reine Perl' ihr mögest zeigen, Daß dein Denken sei wie Duft der Rose, Daß dein Lieben sei wie Licht und Sonne, Wie des Hirten Nachtgesang dein Leben, Wie ein Ton aus seiner sanften Flöte.
[Es] wird den Menschen Bahn gemacht zu leben; Die Hülfe giebt das Leben nie, nur Mittel Dazu, denn leben muß ein Jeder selbst.
Wer weise ist, soll immer daran denken und sich hüten, daß nicht sein Vorzug seinen Fall bereite.
Bist du weise, So trägst du still, was ist und was geschieht, Und freust dich deiner eignen frommen Seele, Die alles überträgt, die nichts dir raubt.
Die Weisheit ist dem Einen tiefster Kummer: Sie sieht die Schrecken, sieht das Unglück erst Mit reinen Augen aus dem klaren Geiste!
Ein Weiser ist wie nicht da, wo die Thoren noch herrschen.
Wer jemals Großes, Herrliches vollbracht, war seiner Zeit ein Greuel, ein Zerstörer! Abtrünnig, wert des Schierlingsbechers, wert des Kreuzes und dann göttlicher Verehrung.