Leopold von Ranke (1795–1886)

12 Sprüche Klassik

Wer will es wagen, das Werden zu beschreiben? Wer will den Quellen geistigen Lebens und den geheimen Zuflüssen seines Stroms, dem Lauf desselben entlang, nachforschen?

Ranke, Sämtliche Werke, 48 Bde. (1867-86); Bde. 49-54 posthum (1887-90). Zur Geschichte der italienischen Poesie, 1837

Alles Leben trägt sein Ideal in sich: der innerste Trieb des geistigen Lebens ist die Bewegung nach der Idee, nach einer größeren Vortrefflichkeit. Dieser Trieb ist ihm angeboren, bei seinem Ursprung eingepflanzt.

Ranke, Sämtliche Werke, 48 Bde. (1867-86); Bde. 49-54 posthum (1887-90). Politisches Gespräch

Denn nur einen Moment in der Geschichte bildet ein einzelnes Leben.

Ranke, Geschichte und Philosophie, 1830

So unbedeutend das einzelne Leben auch ist, so erfährt es doch in jedem Augenblick die Rückwirkung der allgemeinen Angelegenheiten.

Ranke, Zur eigenen Lebensgeschichte, hg. von Alfred Dove, 1890. 3. Dictat vom December 1875

Nichts ist überzeugender als Erfolg.

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Für die Menschen gibt es nichts Überzeugenderes als die Erfolge; willig beugen sie sich dem Glücke und dem Ruhm.

Ranke, Weltgeschichte, 6 Bde. (1881-85); Bde. 7-9 posthum (1886-88)

Ich finde, daß der Geist einen großen Einfluß auf das allgemeine, selbst auf das leibliche Leben ausübt! Nichts ist dafür wichtiger, als die Gedanken in den Studien, die zugleich produktiv und regenerativ sein müssen, zu fixieren.

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Die Wahrheit ist nie trostlos.

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An die Wahrheit der geistigen Welt glauben: das ist Religion.

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Der Welt der Wahrheit steht eine Welt des Scheins gegenüber, die auch in die Tiefe geht und immer tieferen Schein entwickelt, bis sie in die Wesenlosigkeit ausgeht; jene endet in dem Wesen.

Ranke, Das politische Gespräch und andere Schriftchen zur Wissenschaftslehre (Philosophie und Geisteswissenschaften), Band 2, hg. von Erich Rothacker 1925. Tagebuchblätter – Allgemeine Bemerkungen (1831-1849)

In jedem großen Leben wird ein Augenblick eintreten, wo die Seele empfindet, daß sie nicht in der gegenwärtigen Welt aufgeht, und sich von derselbigen zurückzieht.

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Zwischen Gelingen und Mißlingen, in Streit, Anstrengung und Sieg bildet sich ein Charakter.

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