Die Kunst zu gefallen ist nicht dem gegeben, der sie zu nutzen verstünde; und wer sie besitzt, versteht sie nicht zu nutzen. Ebenso verhält es sich mit Geist, Reichtum, Gesundheit, die Gaben der Natur und des Glücks sind nicht so selten, als die Kunst, sie zu genießen.
Es gibt Menschen, die glücklich leben, ohne es zu wissen.
Es fehlt einem niemals an Gründen, wenn man sein Glück gemacht hat, einen Wohltäter oder alten Freund zu vergessen, und man erinnert sich mit Unwillen all dessen, was man über ihre Launen verschweigen mußte.
Glück macht wenig Freunde.
Plötzliches Glück aller Art ist auf schwankendem Grund gebaut, weil es selten verdient ist.
Das Glück will gepflegt sein. Man muß geschmeidig und unterhaltend, intrigant sein, niemanden beleidigen, den Frauen und Hochgestellten gefallen, sich in Vergnügungen und Geschäfte stürzen, sein Geheimnis hüten, imstande sein, sich die ganze Nacht bei Tisch zu langweilen und drei Kartenspiele zu spielen, ohne einmal aufzustehen. Und selbst dann ist man seiner Sache nicht sicher. Wieviel Widerwärtigkeiten und Plagen könnte man sich ersparen, wagte man, direkt und nur durch Verdienst und Leistung berühmt werden zu wollen!
Wenn alle unsere Voraussicht unser Leben nicht glücklich machen kann, wieviel weniger kann es unsere Unbekümmertheit.
Man versucht sein Glück gewöhnlich mit Talenten, die man nicht hat.
Ob arm oder reich, niemand ist tugendhaft oder glücklich, wenn ihn das Schicksal nicht an den richtigen Platz gestellt hat.
Ich habe nachgeforscht, ob es kein Mittel gäbe, ohne jedes Verdienst sein Glück zu machen, und ich habe keins gefunden.
Man hat sein Glück nicht gemacht, vermag man nicht, es zu genießen.
Das Glück erleuchtet die Klugheit.
So zärtlich wir auch Freunde und Verwandte lieben, das Glück der anderen reicht doch nicht aus, das unsere zu machen.
Keinen Verlust fühlt man so heftig und so kurz wie den einer geliebten Frau.
Wenn Schwächen der Liebe verziehen werden, so hauptsächlich den Frauen, die durch Liebe herrschen.
Liebe ist heftiger als Selbstliebe, denn man kann auch eine Frau lieben, die einen verachtet.
Junge Leute kennen eher die Liebe als die Schönheit.
Für Frauen und Jünglinge fällt Achtung und Neigung zusammen.
Hätten wir ohne die Leidenschaften die Künste gepflegt, und hätte uns Überlegung allein unsere Hilfsmittel, unsere Bedürfnisse und unsere Gaben offenbart?
Liebe ist die Urmutter des Menschengeschlechtes.
Nichts, das lang währt, ist sehr angenehm, nicht einmal das Leben, und trotzdem liebt man es.