Was ist das Glück? Eine demi-tasse im Café de la bourse. Von außen ist die Tasse groß, und man glaubt, es werde uns viel eingeschenkt. Trinken wir aber, erfahren wir, daß man uns keine fünfzig Tropfen gegeben, so spitzbübisch dick sind Boden und Wände des Gefäßes.
Die Bewunderung preist, die Liebe ist stumm.
Liebe ist eine Schmeichelei, die allen gefällt, Hohen wie Niedern, Kindern wie Erwachsenen, Guten wie Bösen – und sie ist auch Gott gefällig.
Bei Weibern ist die Liebe so oft eine Tochter als die Mutter der Eifersucht.
Soll man die Menschheit beweinen oder über die Menschen lachen? Jeder, wie er will: es ist eines wie das andere. Ob wir spotten oder ernst sind, kriechen oder hüpfen, zaudern oder fortstürmen, hoffen oder fürchten, glauben oder zweifeln – am Grabe begegnen wir uns alle. Doch eins ist, was nützt: die Klarheit. Eins ist, was besteht: das Recht. Eins ist, was besänftigt: die Liebe.
Jeder hat in seinem Leben einen schönen Kindertag, wo er, wie die ersten Menschen im Paradiese, die Früchte des Feldes, so auch Liebe ohne Sorgen und Mühe findet. Ist dieser Tag aber vorüber, erwirbst du wie dein Brot so auch Liebe nur im Schweiße deines Angesichtes.
Liebe einzuflößen ist das unaufhörliche Bestreben der Weiber.
Die wahre Liebe würdigt ihren Gegenstand, aber das ist die wahre Liebe nicht, die nur das Würdige liebt.
Die glückliche Liebe ist ein Verbrechen, die unglückliche ein verbrecherischer Wunsch.
Wer in der wirklichen Welt arbeiten kann und in der idealen leben, der hat das Höchste errungen.
Der Mensch wird in der Fremde geboren, leben heißt die Heimat suchen, und denken heißt leben.
Die wahre feine Lebensart, welche mehr tut, als mit Blitzesschnelle eine gefallene Stricknadel aufheben, entspringt entweder aus der Tiefe des Geistes oder aus der Fülle des Herzens, und weder der Tanzmeister lehrt sie noch Chesterfield.
Was nützen uns oft die wärmsten Freunde? Sie lieben uns höchstenswie sich selbst– aberwielieben sie sich selbst!
Alle Narrheit erschöpfen – so gelangt man zum Boden der Weisheit.
Die Natur führt uns auf dem Wege der Zuckerbäckerjungen zur Weisheit: sie übersättigt uns mit den Genüssen, die wir meiden sollen.
Humor ist keine Gabe des Geistes, er ist eine Gabe des Herzens, er ist die Tugend selbst, wie ein reichbegabtes Herz sie lehrend übt, weil es sie nicht übend lehren darf.
Gewöhnlich schreibt man dem das Werk zu, der die letzte Hand daran legte. Daher trägt ein Tölpel so oft den Preis davon, wenn er geschickt genug ist, zu einer Geige den mangelnden Bogen zu verfertigen.
Die nächsten Jahrhunderte werden weder den Deutschen noch den Franzosen noch sonst einem andern Volke oder einem Fürsten gehören; sondern der Menschheit.