Luise Baer
Es kann nicht jeder glücklich werden, denn dazu muß man stille sein, das Glück, es flieht die laute Lust.
Es liegt ein Fluch auf der Welt, daß oft unser Höchstes uns in die Erde zieht und unser Glück sich in Leid wenden will.
Wenn wir, durch Schicksale und Erfahrungen geschult, das Leben betrachten, so zeigt sich uns die Liebe als ihre mächtigste Kraft.
Wenn wir einen Menschen lieben, ohne daß er uns in gleicher Weise liebt, so befällt plötzlich bange Furcht unser Herz, Furcht ihn zu verlieren, denn nur Liebe allein vermag unsere Mängel zu überdecken.
Liebe erzeugt Leben, aber Leben wird durch Liebe erst Leben.
Ich schau in die helle Nacht, und schau in den hellen Tag – und sehe dennoch nichts als einzig dich.
Auch hierin, wie in allem, wo Liebe waltet, wird Geben und Nehmen eins.
Wir wähnen uns geliebt, und sind über Nacht vergessen, und eine Laune ruft uns zurück.
Und unser Schönstes, unsre stille Liebe, was ist sie anderes als Hoffen? Gibt nicht das Hoffen ihr das Ewigsein?
Volkslied Wenn du nur glauben wollt'st wie ich so lieb dich hab, und auch erfassen könnt'st, daß ich mein Herz dir gab! Doch nein, erst gab ich's nicht. du nahmst es mir – im Sturm, dann ward es dein, nun lebt's in dir. Du hast nun zwei beinand und ich hab keins – laß mich nicht länger so, und schenk mir deins.
Je klarer und reiner die Luft, desto deutlicher unserem Ohr das ferne Glockenläuten. Je reiner das Menschen Herz, desto lauter der Liebe Klang.
Lieben ist bei vielen Menschen nur eine kurze Episode ihres Lebens, eine Handlung, wie jede andere auch. Doch Menschen gibt's, deren Lieben ist ihres Lebens Erfüllung.
Bist du das weite Meer meiner Seligkeit? Wird mir Schweigen werden in deinem Frieden und ich geklärt mich wiederfinden in deiner Seele Spiegel?
Es ist eine traurige Erkenntnis, die einem oft wird, daß man trotz viel und aller Liebe doch nicht das tut, was diese möchte und erstrebt, weil es häßliche, echt menschliche Widersprüche im Herzen gibt.
Gerne opferten wir unsere Liebe für des Geliebten Glück, aber das Herz duldet es nicht, es verlangt Gegenliebe.
Was spricht, hat Leben – und die ganze Natur, sie spricht zu uns.
Auch unser Leben hat Jahreszeiten, hat Steigen und Fallen, hat Tag und Nacht.
Durch Zusammensein mit lieben Freunden wird oft ein ganzes Heer von Erinnerungen wach.