Luise Baer
Widerspruch eines Freundes kann uns Richtschnur werden.
Nenn mir den Menschen, der auf Hoffnung baute, die ihn nicht betrog.
Nenn mir ein Leben, das dem Hoffen sich ergab und dennoch siegte!
So lang die Erde steht und Menschen auf ihr wandelten, geschah es an der Hand der Hoffnung; sie war es, die den Menschen trieb zu immer höherem Werden.
Sie [die Liebe] tröstet uns wie eine Mutter tut, und wiegt uns sanft in unsern letzten Schlaf.
Haben wir unser Schicksal in Händen? Oder sind wir nur Werkzeuge, die dem Gebot des Werdens dienen?
Ach die Menschen vermeinen zu erziehen! Und doch erzieht uns nur das tätige Leben.
Ein getreues Menschenkind, das mir die Wahrheit sagt – ich kann es hoch genug nicht schätzen.
Unser Lebendiges das ist die Seele – sie ist Leben, und nimmer hat der Tod Macht über sie.
Im Leben gilt Verstand weit mehr als Gemüt und erreicht auch weit mehr; doch ohne Gemüt keine Zuneigung noch Liebe.