Ich hätte glücklich sein müssen: ich war es nicht.
Das Glück ist einzig heilsam für den Leib, die Kräfte des Geistes jedoch bringt der Schmerz zur Entfaltung.
Unser Glaube, daß ein Wesen an einem unbekannten Leben teilhat, in das unsere Liebe uns mit hineintragen würde, ist unter allem, was die Liebe zu ihrer Entstehung braucht, das Bedeutungsvollste, demgegenüber alles andere nur noch wenig ins Gewicht fallen kann.
Die Liebe ist etwas ganz Persönliches. Wir lieben nicht ein wirkliches Wesen, sondern eines, das wir uns selbst erschaffen haben.
Das Entscheidende im Leben ist nicht die Person, die man liebt, sondern die Tatsache, daß man liebt.
…die Liebe hat schon etwas Mysteriöses an sich … Es ist einfach eine Frage der Intelligenz, daß man die Wahl von Liebenden gar nicht erst diskutiert.
Im Gegensatz zum Kriege stellt man in der Liebe nach einer Niederlage härtere Bedingungen, man erschwert sie immer mehr, je mehr man besiegt ist, wenn man überhaupt in der Lage ist, Bedingungen zu stellen.
Das einzige, was noch schwieriger ist, als ein geordnetes Leben zu führen: es anderen nicht aufzuzwingen.
Wir wünschen uns leidenschaftlich, es möchte ein anderes Leben geben, in dem wir dieselben bleiben, die wir hienieden gewesen sind. Aber wir bedenken nicht, dass wir, sogar ohne erst auf dieses andere Leben zu warten, schon in diesem hier nach einigen Jahren dem untreu werden, was wir gewesen sind und was wir selbst in der Unsterblichkeit noch wiederfinden wollten.
Es gibt nichts Zärtlicheres als der Briefwechsel zwischen Freunden, die nicht danach streben, sich zu begegnen.
Wir empfangen die Weisheit nicht. Wir müssen sie für uns selbst entdecken im Verlauf einer Reise, die niemand für uns unternehmen oder uns ersparen kann.
Die Zeit, die wir jeden Tag zur Verfügung haben, ist elastisch; die Leidenschaften, die wir fühlen, dehnen sie aus, die, die wir erregen, ziehen sie zusammen; und Gewohnheit füllt den Rest aus.
Denn nach dem Tode zieht die Zeit sich aus dem Körper zurück, und die schon so gleichgültig gewordenen, blassen Erinnerungen sind nun von der, die nicht mehr ist, fortgewischt und werden es bald auch von dem sein, den sie noch immer quälen, in dem aber endlich auch sie einmal sterben werden, wenn das Verlangen nach einem lebendigen Leib sie nicht mehr unterhält.
In allem hat unsere Zeit die fixe Idee, die Dinge nur inmitten ihrer wirklichen Umgebung zu zeigen, und unterdrückt dadurch das Wesentliche, den geistigen Akt, der sie von der Wirklichkeit isoliert.
Ein jeder nennt die Gedanken klar, die den gleichen Grad der Konfusion haben wie seine eigenen.
Die Wahrheit wandelt sich in uns so stark, daß die anderen Mühe haben, sich darin auszukennen.