Tote Liebe Was mir erwarb Ihr süßes Licht Was ihr verdarb Mein Angesicht Warum sie starb Ich weiß es nicht. Die Märchenbraut Lag so im Tod Dem Blick vertraut; Der Wange Rot Wer es geschaut Fiel neu in Not. Als hübe sie Die er gewann Die wie der Früh- Tau ihm zerrann Als hübe sie Zu sprechen an: Was dich mir warb Damals im Licht Was mich verdarb Für dein Gesicht Warum ich starb Ich weiß es nicht. Wir wissen beid Nicht wie's geschah Wir sind im Leid Uns nun ganz nah An deine Seit Sehnt ich mich ja. Reiche mir Lieber Noch deine Hand. Ist sie im Fieber Wie ich sie fand Als sie hinüber Gab mir den Brand?
Ich bin sehr müde Mein Fenster lehnt sich weit in den Abend hinaus, Die Wolken stehen über den Dächern, ein Blumenstrauß, Die Luft streichelt mich und ist sanft und voll großer Güte. Ich aber halte die Hände gefaltet, denn ich bin müde, Und höre verwundert auf das beschwingte Schreiten Der Menschen, die auf der Straße vorübergleiten, So sehr sind ihnen heute die Glieder leicht. Nur ich liege, schwergebettet in meine Müde. Manchmal höre ich einen Schritt, der Deinem gleicht, Dann bin ich, Geliebter, wie die Musik der Schritte leicht Und wie die Wolken über den Dächern silberne Blüte.
Schwester Immer sind die dunkeln Abenteuer Zwischen uns, wir können oft Keines der vielen blauen Worte finden, Die uns geschenkt sind. Dann, wenn ich die schmalen Krystalle Meines weißen Traumes Dir bringe, Häufst Du rötliche Scheiter Und glühst ein Feuer. Oder ich möchte mit Abendwind Deine schmerzliche Lippe kühlen Und er kommt schwül von den Gärten Meiner Sehnsucht. Schwester, immer sind die dunkeln Abenteuer Zwischen uns, wir können kaum Unter Schatten erkennen, wie sehr Wir uns lieben.
Nenn ich dich Glück? Nenn ich dich Glück? Entsetzen? nenn ich dich Heil oder Folter? Ich weiß keinen Namen Zu fassen dich; ich fügte keinen Rahmen Um dich, daraus dein Bild nicht löste sich Und schritt davon. Ich habe dich zu halten Vermocht in keiner einzigen Gestalt. Ich griff mit einer innigen Gewalt Und was ich griff, lächelte schon gespalten… Du bist so weise dich stets zu entwinden Aus meinen Worten, meinem Blick, der Hand, Daß ich schon oft vermeinte dich zu finden, Wenn ich fand (Unvollendet)
2. Mamillaria Pusilla Sie stehen fremd in einem reinen Rund, Tief in sich eingehüllt wie in Gefieder. Sie gehn in sanfter Wölbung auf und nieder, Sie bergen Zärtlichkeit in ihrem Grund, Der unergründlich ist: sie ragen nah Und sind Entfernte, zauberisch bewehrt. Dann plötzlich, so entfremdet abgekehrt, Scheinen sie näher und vertrauter da, Rufen sie eine sanft verwehte Gier Nach Liebkosungen, darin sie erschlossen Sich öffneten. Doch einem schönen Tier Unfaßbar gleich in ihrer stummen Ruh Stehen sie unbewegt und ungenossen Und sie versagen sich so tief wie Du.
Uralt... Schweig, mein Geliebter; Mund auf Mund Wurden wir groß, wurden wir alt In einem nie gestillten Bund, Alt wie der uralte Wald. Alt wie der Mond, mein Lichtgesicht, Bist du am Himmel tausend Jahr O schmale Sichel aufgericht, Der ich die Ernte war. Alt wie das Meer, die dunkle Saat, Nach dir gereift, sehnsüchtige Flut, Steigt zwischen uns den ewigen Pfad Dunkel das ewige Blut.