Martin Greif (1839–1911)

6 Sprüche Romantik

Glück ist wie ein Sonnenblick, niemand kann's erjagen, niemand von sich sagen, daß er heut und ein Frist ohne Wunsch und glücklich ist. Glück ist wie ein Sonnenblick; Erst wenn es vergangen, Erst in Leid und Bangen Denkt ein Herz und fühlt es klar, Daß es einmal glücklich war.

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Die vollkommene Geliebte ist ganz Gegenwart. Vergangenheit hat sie vergessen, Zukunft kümmert sie nicht.

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Liebesnacht O weile, süßer Geliebter! Es trügt dich nur, noch hellt, nur wolkengetrübter, der Mond die Flur. »Doch nimmer weilen und halten die Wolken dort, es führen sie wilde Gewalten von Ort zu Ort.« Ein Traum ist alle das Treiben in dunkler Höh, doch uns muß ewig verbleiben der Sehnsucht Weh. »Ich seh' nur Kommen und Scheiden am Himmelszelt, es zieht die Seele der Leiden durch alle Welt.« Die Wolken wandern so nächtig ohn Schmerz und Lust, ich aber ziehe dich mächtig an meine Brust.

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Liebe ein Quell Quell, der nicht trocknet, Quell, der nicht friert, Aber oft stürmende Fluthen führt. Jung aus den Klüften Dampft er so heiß, Selber am wenigsten Von sich weiß. Weiß nicht von wannen, Noch, was er soll – Herz der verlangenden Liebe voll!

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Verbotene Liebe Der Mond ist aufgegangen, Mein Schatz, komm her zu mir, Ich hatte groß Verlangen Den ganzen Tag nach dir. Die Welt darf ja nicht wissen Um die verbot'ne Lieb' – Sich selten nur zu küssen, Das macht das Leben trüb.

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Nun störet die Ähren im Feld ein leiser Hauch, wenn eine sich beugt, so betet die andere auch. Es ist, als ahnten sie alle der Sichel Schnitt - Die Blumen und fremden Halme erzittern mit.

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