Martin Opitz (1597–1639)

6 Sprüche Renaissance

Niemand außer dir kann dich glücklich oder unglücklich machen.

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Liebeseifer Ach Liebste laß uns eilen! Noch ist es Zeit Es schadet das Verweilen Uns beiderseit. Der edlen Schönheit Gaben Fliehn Fuß für Fuß Daß alles, was wir haben, Uns schwinden muß. Der Wangen Ziehr verbleichet Das Haar wird greiß Der Augen Feuer weichet Die Brunst wird Eiß. Das Mündlein von Korallen Wird ungestalt, Die Hände, sie verfallen Und du wirst alt. Drum laß und jetzt genießen Der Jugend Frucht Eh' als wir folgen müssen Der Jahre Flucht. Wo du dich selber liebest, So liebe mich; Gib mir – das, wann du gibest, Verlier auch ich.

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Die höchste Weisheit ist, nicht weise stets zu sein.

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Keine Heereskraft kann streiten Wider die Gewalt der Zeiten.

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Es ist ja nichts so frei, nichts also ungedrungen, Als wohl der Gottesdienst; so bald er wird erzwungen, So ist er nur ein Schein, ein hohler falscher Ton; Gut von sich selber tun, das heißt Religion, Das ist Gott angenehm.

Opitz, M., Gedichte. Aus: Trostgedichte in Widerwertigkeit des Krieges

Wenn du nicht Güter hast und dennoch Leibeserben, bring ihnen Künste bei, sich Güter zu erwerben.

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