O Grille, sing O Grille, sing, Die Nacht ist lang. Ich weiß nicht, ob ich leben darf Bis an das End von deinem Sang. Die Fenster stehen aufgemacht. Ich weiß nicht, ob ich schauen darf Bis an das End von dieser Nacht. O Grille, sing, sing unbedacht, Die Lust geht hin, Und Leid erwacht. Und Lust im Leid, - Mehr bringt sie nicht, die lange Nacht.
Was eine Mutter gläubigen Gemüts in das Herz ihres Kindes pflanzt, trägt reichere Frucht als alle Samen der Erde.
Zersticht das Alter dein Gesicht, Und flicht dir Asche in dein Haar, Dornen in deine Lippen – Jugendklar bleibt dein Auge. In deinen Augen springt heilig ein Quell, An dem die dunkle Nymphe singt; Heilig ein Quell, Drinnen Märchenmonde hell funkeln. Wer einen Blick mit dir getauscht, Trägt ihn berauscht von Aug zu Auge. Dein Augenlicht bricht, Wenn auf Erden das letzte Auge versiecht.
Greise sinnen. Eine große graue Spinne. Netze schleiern, Fäden rinnen. Die jahrhundert grauen Wälder Tragen ernst den alten Himmel, Und verdorrte, alte Lippen Nippen an dem kalten Horte Längstverglühter alter Worte.
Da geht ein alter Schäfer Da geht ein alter Schäfer, Sieht ohne Gruß die Welt, Gebückt tief wie ein Schläfer, Der schlafend Reden hält. Sein Hund fällt mit Gekeife Die kleinste Fliege an. Der Schäfer kaut die Pfeife Und stolpert stumm bergan. Die Schafe fliehn und jagen, Der Berg gibt Bodenlaut, Der Schäfer könnt' ihn fragen. Nur zwein allein vertraut Der Berg, was er gesprochen, Dem Schäfer und den Schnecken, Die ihm am Rücken krochen. Doch eh' von Lippenrunzeln Des Schäfers Frage will, Da müsst' der Berg erst schmunzeln, Drum schweigen beide still. Sie wissen, was sie wissen: Manch Ding lebt noch im Tod, Ists Herz grau und zerschlissen, Macht's keine Rede rot.
Wenn ich Gott nicht habe, so wird mein Leben hinbranden, fortgepeitscht von einer ewig unstillbaren Sehnsucht.